Bathophobie

Angst vor der Tiefe überwinden - Tipps und Hilfe

Unter der Bathophobie wird die Angst vor der Tiefe verstanden. Ähnlich wie bei der Akrophobie (Höhenangst) geht es bei der Bathophobie vor allem um die Gefahren und die mögliche Konsequenz der Tiefe und dem freien Fall. Mit der Bathophobie wird vor allem die Angst vor tiefen dunklen Gewässern und den Fall ins Ungewisse verbunden. 

Wir erklären im Artikel woher die Angst vor der Tiefe kommt, wie sich sich anfühlt und was man dagegen tun kann.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Der Begriff Bathophobie setzt sich aus den griechischen Wörtern bathos (Tiefe) und phobos (Angst) zusammen. Es handelt sich also um die Angst vor der Tiefe. Häufig ist auch von der Batophobie (ohne h) die Rede. Wer unter Bathophobie leidet, fürchtet sich vor tiefen Abgründen oder auch vor tiefem Wasser und somit häufig auch vor dem Meer.

    Wenn der Blick in die Tiefe typische Angstsymptome auslöst, ist dies ein Zeichen für Bathophobie. Anders als bei der Höhenangst tritt die Bathophobie aber nicht nur beim Blick von einem hohen Gebäude auf, sondern auch bei tiefen Gewässern.

    Wer über seine Angst vor Tiefen spricht, hat bereits einen wichtigen Schritt zur Überwindung der Bathophobie gemacht. Abhängig von dem Grad der Angst ist eine professionelle Therapie empfehlenswert. Mit einer kognitiven Verhaltenstherapie oder Konfrontationstherapie lassen sich die Angstgefühle verringern.

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    Angst vor der Tiefe

    Merkmale einer Bathophobie

    Die übertriebene Angst vor der Tiefe tritt beim Blick in einen Brunnen oder von einem Wolkenkratzer auf. Furchtsame Menschen verspüren diese Angst auch beim Blick in einen langen, dunklen Flur. Unergründliche Gewässer können tatsächlich eine beängstigende Wirkung haben – und zwar aus gutem Grund. Doch ab einem gewissen Punkt verwandelt sich die natürliche Vorsicht in eine Angststörung, die es zu überwinden gilt.

    Bathophobie lässt sich als irrationale Angst vor Tiefen beschreiben. Die Betroffenen empfinden eine große Angst davor, in die Tiefe zu fallen. Das kann ein dunkler Flur sein, ein Brunnen, ein tiefer Pool oder See.

    Die Intensität der Angst vor Tiefen macht den Unterschied zum normalen Angstempfinden aus. Normale Ängste sollen die Menschen vor Gefahren schützen und gehören zum Leben dazu. Sie schützen uns vor riskanten Situationen und lösen ein Fluchtverhalten oder eine Gegenwehr aus. Solche Angstgefühle haben eine gewisse Logik, denn darin steckt der Wunsch, lebensbedrohliche Gefahren zu vermeiden. Darum lassen sich solche Ängste gut kontrollieren.

    Im Gegensatz dazu ist eine Phobie eine verstärkte, übermäßige Angst, die keine rationalen Entscheidungen zulässt. Dies zeigt sich auch bei der Bathophobie, die sich nur schwer in den Griffkriegen lässt.

    Während die begründete Angst einen Fluchtreflex verursacht und den Herzschlag beschleunigt, führt eine echte Phobie zu heftigen Panikattacken, die für die Gesundheit eine Gefahr sind. Menschen mit Bathophobie leiden extrem unter ihren Angstattacken und unter dem Gedanken, dass sie in die Tiefe stürzen.

    Neben der Bathophobie gibt es noch spezifische Ängste vor dem Wasser, wie die Angst vor der Meer oder auch der Angst davor zu ertrinken. 

    Wichtigsten Merkmale:

    Auslöser einer Bathophobie

    Wodurch wird die Angst vor der Tiefe ausgelöst?

    Die Angst vor der Tiefe kann verschiedene Gründe haben. Manchmal handelt es sich um unverarbeitete Traumata oder schlechte Erfahrungen, in anderen Fällen liegen tiefere Angststörungen zugrunde. Für die erfolgreiche Überwindung der Bathophobie ist es wichtig, zunächst die Ursachen zu erforschen.

    Auslöser einer Angst vor der Tiefe:

    Spezifische Phobien entwickeln sich abhängig von der Umgebung sehr unterschiedlich. Die persönlichen Charaktereigenschaften wirken sich ebenso auf das individuelle Angstgefühl aus wie soziale Einflüsse. Besonders problematisch wird es bei der Bathophobie und vergleichbaren Phobien, wenn die Ängste schon lange im Unterbewusstsein sitzen. Durch festgefahrene, negative Glaubenssätze fällt es den Betroffenen immer schwerer, die übertriebenen Ängste zu bewältigen.

    Typische Ursachen für Bathophobie sind:

    Häufig liegt die Ursache für spezifische Phobien in der Kindheit. Ein schwieriges Temperament oder problematische Eigenschaften können das Risiko für Angststörungen steigern. Das zeigt sich oft in der Pubertät, wenn sich die Charakterzüge deutlicher herausbilden.

    Missbrauch und fehlende soziale Interaktionen wirken sich ebenfalls negativ auf die persönliche Entwicklung aus und können zu einer Phobie führen.

    Manchmal kommt es auch durch eigene Erlebnisse beim Schwimmen zu einer verstärkten Angst vor Tiefen. Ein heftiger Krampf versetzt ängstliche Menschen in Panik, ob sie im Pool oder im Meer schwimmen. Übervorsichtige Eltern und dramatische Erzählungen von Ertrunkenen steigern die Angstgefühle zusätzlich.

    Praktische Situationen einer Bathopbobie:

    In bestimmten Situationen setzt die Bathophobie urplötzlich ein, zum Beispiel beim Schwimmen in einem tiefen Gewässer oder beim Blick von einem Felsvorsprung in die Tiefe.

    Angst im Wasser:

    Beim Schwimmen ist es der fehlende Kontakt zum Boden, der Angst auslösen kann. So lange der Grund noch zu sehen ist, lässt sich das Angstgefühl noch kontrollieren. Doch in einem tiefen See oder im Meer befürchten die Betroffenen, zu ertrinken – auch wenn sie eigentlich schwimmen können. Horrorfilme, aber auch Dokumentationen über Haie und andere Meerestiere können diese Ängste verstärken.

    Angst in den Bergen:

    Bei einer Tour durch die Berge gelangt die Wandergruppe unvermutet an eine Felswand, die steil nach unten führt: Der Blick nach unten löst bei Bathophobikern Übelkeit und Herzrasen aus, sodass sie auch auf einem sicheren Weg nicht weitergehen können.

    Weitere problematische Situationen für Menschen, die Angst vor der Tiefe haben, sind:

    Hinweis:

    Die Angst vor tiefen Gewässern hängt nicht immer mit mangelnden Schwimmfähigkeiten zusammen. Viele Menschen fürchten sich vor allem davor, keinen Kontakt zum Boden zu haben – oder den Grund nicht zu sehen.

    Symptome der Bathophobie

    Wie macht sich die Angst vor der Tiefe bemerkbar?

    Die Angst vor der Tiefe macht sich je nach Schweregrad durch ein leichtes Unwohlsein oder deutliche Symptome bemerkbar. 

    Bei einigen Menschen zeigen sich die Angstsymptome erst in der vermeintlich riskanten Situation. Andere leiden hingegen schon beim Gedanken an die Tiefe unter den körperlichen und seelischen Symptomen. Sie müssen nur einen Film sehen, und schon bricht ihnen der Schweiß aus.

    Typische Anzeichen für Bathophobie sind:

    Wenn sich die Angstsymptome häufen und dann auch noch gleichzeitig auftreten, kann es zu einer extremen Panikreaktion kommen. Diese löst womöglich einen Herzanfall aus und ist damit sogar lebensbedrohlich.

    Einen speziellen Test für die Diagnose einer Bathophobie gibt es nicht, doch in der Psychotherapie existieren traditionelle Methoden, die bei der Erforschung der Ursachen helfen. Zumeist finden ausführliche Gespräche mit dem Therapeuten statt, um die eventuell vorhandene Angststörung festzustellen.

    Neben einem umfassenden Beratungsgespräch bieten die Psychotherapeuten grundlegende psychologische Tests an und beobachten die Patienten genau.

    Psychologische Tests und Beobachtungen durch einen qualifizierten Therapeuten helfen dabei, eine Bathophobie zu diagnostizieren. Auf diesem traditionellen Ansatz basieren die Diagnose- und Behandlungsmethoden.

    Bathophobie überwinden

    Hilfe und Tipps gegen die Angst vor der Tiefe

    Wenn die Bathophobie erst einmal da ist, lässt sie sich nicht mehr verleugnen oder verhindern. Doch je eher die Anzeichen sichtbar werden, desto früher lässt sich die Angst bewältigen. Wenn die ersten Angstsymptome bereits in der Kindheit auftreten, ist die Konfrontationstherapie eventuell eine gute Lösung. Dazu empfehlen sich Präventivmaßnahmen, um den kindlichen Charakter zu stärken.

    Erwachsene, bei denen sich die Angststörung über einen langen Zeitraum festgesetzt hat, brauchen meistens professionelle Unterstützung, um die Bathophobie genauer zu ergründen und zu überwinden. 

    Tipps gegen Angst vor der Tiefe

    Auflistung hilfreicher Tipps:

    Praktische Übungen gegen Angst vor der Tiefe

    Praxistipps können dabei helfen, die Bathophobie zu überwinden:

    Mit niedrigen Gewässer üben

    Wer Angst vor tiefen Gewässern hat, übt das Schwimmen zuerst im flachen Schwimmbad oder Teich. Dieses Vorgehen ähnelt der Konfrontationstherapie, beginnt allerdings mit dem vorsichtigen Herantasten an größere Tiefen.

    Selbstbeobachtung

    Wie verhält sich der eigene Körper in einer vermeintlichen Gefahrensituation? Mit einer genauen Selbstbeobachtung lernen sich die Angstpatienten besser kennen.

    Thema erkunden

    Die Beschäftigung mit der Unterwasserwelt oder mit der Bergwelt hilft, die Lage richtig einzuschätzen. Das Element der Tiefe hat viel zu bieten: Dafür lohnt es sich, die Ängste zu bewältigen.

    Entspannungstechniken

    Durch bewusst ausgeführte Entspannungstechniken lassen sich die Angstsymptome lindern. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga und ähnliche Übungen helfen dabei, die ängstlichen Gedanken zu vertreiben.

    Gesundheit

    Eine gute Gesundheit ist wichtig, um seinen Körper in Balance zu halten. Durch Fitnessübungen bleibt das Herz-Kreislauf-System in Balance. Damit reduziert sich das Risiko einer Panikattacke.

    Abgesehen von diesen individuell anwendbaren Tipps kann es nötig sein, bei einem Psychotherapeuten Hilfe zu suchen. In weniger gravierenden Fällen sind die praktischen Tipps und Methoden sehr nützlich. Doch bei einer extremen Angststörung ist gezielte Hilfe nötig. Darum sollten sich die Betroffenen nicht schämen und eine professionelle Psychotherapie in Anspruch nehmen.

    Hilfe gegen die Bathophobie

    Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

    Im Rahmen einer Psychotherapie kommen alle Begleiterscheinungen und Risiken der Bathophobie zur Sprache. Es gibt verschiedene Methoden, gegen die Angst anzugehen.

    Bei der kognitiven Verhaltenstherapie geht es um den persönlichen Umgang mit der Angst. Positive Gedanken sollen die bisherigen Glaubenssätze durchbrechen. Dafür ist eine langfristige Therapie erforderlich, die bis zu den Ursachen der Bathophobie führt.

    Die Expositionstherapie arbeitet mit der Konfrontation: Der Psychotherapeut begleitet den Angstpatienten bei seinem inneren Kampf gegen die Tiefenangst. Die Beschäftigung mit dem Thema selbst und auch mit der Gegenüberstellung des angstauslösenden Elements hilft bei der Verarbeitung.

    Beruhigende Medikamente sind nur in enger Absprache mit dem behandelnden Therapeuten einzunehmen.

    Zusammenfassung:

    Für die professionelle Therapie einer Bathophobie kommen mehrere Optionen infrage: die Verhaltenstherapie, die Konfrontation oder Medikamente.

    Schamgefühle überwinden

    Keine Angst vor Hilfe und offenen Gesprächen

    Viele Menschen schämen sich davor, über ihre Ängste zu sprechen. Doch Angstgefühle sind menschlich, darum sollten die Angstpatienten ehrlich zu sich selbst sein und um Hilfe bitten.

    Ohne professionelle Unterstützung verschlimmert sich die Angst – darum ist eine gezielte Behandlung wichtig, um die Gefahren zu minimieren.

    Das Schamgefühl und die Unsicherheit führen dazu, dass die Betroffenen online nach Hilfe suchen: Dies ist eine gute Alternative. Wir können zwar zurzeit keine Online-Psychologen empfehlen, doch Sie können sich bei einem Therapeuten in Ihrer Region informieren, ob er eine Online-Therapie anbietet.

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Bathophobia (Fear of Depths) – Psych Times

      Bildnachweis: Rvector | shutterstock.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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