Angrophobie

Angst vor Wut oder aggressivem Verhalten

Wut gehört zum Leben dazu. Jeder ist gelegentlich verärgert. Dies ist völlig normal und stellt kein Problem dar, wenn die Personen in der Lage sind, mit ihrer Wut richtig umzugehen. Manche Menschen leiden allerdings unter starker Angst vor Aggressivität. Sie fürchten sich sehr davor, sich aggressiv zu verhalten und meiden deshalb soziale Kontakte und Situationen, in denen sie Wut empfinden könnten.

Viele Betroffene leiden sehr unter ihrer Furcht und können sich ohne Hilfe nicht aus der Angstspirale befreien. Stattdessen unterdrücken sie ihre Angst und Wut, was zu passiv-aggressivem Verhalten führen kann.

Personen, bei denen dies der Fall ist, brauchen sich keineswegs zu schämen oder gar aus ihrem Leben zurückzuziehen, denn mithilfe einer Therapie ist es möglich, den richtigen Umgang mit der eigenen Angst und Wut zu erlernen, sodass einem normalen Leben nichts im Weg steht.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Angst vor Aggression kann zu verschiedenen Verhaltensweisen führen. Betroffene ziehen sich oft aus ihrem sozialen Leben zurück. Die Angst vor Aggression kann dazu führen, aufkommenden Ärger und Wut zu unterdrücken, wodurch sich passiv-aggressives Verhalten entwickeln kann. Aufkommende Aggressionen richten sich in vielen Fällen gegen Personen, die zufällig im Umkreis sind, weshalb sie versuchen, die Nähe zu anderen zu vermeiden. Oft denken Personen mit einer Angrophobie ihre unterdrückte Wut wäre eine tickende Zeitbombe welche irgendwann Platzt und es in einem Anfall der Aggression (Rage) ausartet. Teilweise kann dies tatsächlich der Fall sein. Wichtig ist es daher über diese Gedanken zu sprechen

    In vielen Fällen leiden Personen unter der Angst, deren Eltern zu aggressivem Verhalten neigen. Angst und Aggression bedingen sich oftmals gegenseitig. Situationen der extremen Angst können zudem zu Hilflosigkeit und Wut führen. Personen, die sich davor fürchten, aggressives Verhalten auszuleben, unterdrücken die eigene Wut, wodurch es zu passiver Aggressivität oder zu selbstzerstörerischem Verhalten kommen kann.

    Durch Entspannungstherapien lernen die Betroffenen, mit ihrer Angst besser umzugehen und sich nicht von dieser übermannen zu lassen. Außerdem helfen Gesprächstherapien, den Ursprung der eigenen Angst zu erkennen und diese zu verarbeiten. Auch kognitive Verhaltenstherapien können helfen, das eigene Selbstbild zu verbessern und falsche Wahrnehmungen zu korrigieren

    Ursachen und Auslöser von aggressivem Verhalten

    Vor allem Personen, deren Eltern unter Aggressionen litten, haben ein erhöhtes Risiko, eine übersteigerte Angst vor Aggressionen zu erleiden.

    Situationen der Angst und Bedrohung können Panik und Wut erzeugen, welche sich in aggressives Verhalten verwandeln. Diese Aggression kann sich sowohl gegen das eigene Selbst als auch gegen andere richten. Angst und Aggression sind miteinander verwandt, da sie ähnliche Prozesse im Gehirn auslösen.

    Bei negativen Erfahrungen wird das neuronale Schmerzsystem im Hirn aktiviert, welches derartige Empfindungen freisetzt. Diese negativen Erfahrungen können sowohl gefährliche und angsteinflößende Situationen sein als auch Momente im sozialen Umfeld. Wenn Personen beispielsweise Kränkungen erfahren, missbraucht werden, ausgegrenzt oder diskriminiert werden, wird auf psychischer Ebene Schmerz ausgelöst, welcher zu Angst und Aggression führen kann. Aus diesem Grund äußern viele Erwachsene, die eine problematische Kindheit hatten, ein (latent) aggressives Verhalten. 

    Oftmals liegen auch falsche Überzeugungen bezüglich des Themas Aggression vor. Wut und Aggression werden meistens als etwas äußerst Negatives betrachtet, weshalb sich viele Personen für ihre Angst davor sehr schämen und sich nicht trauen, die eigenen Probleme anzusprechen. Die Betroffenen sollten deshalb in extremen Fällen eine Behandlung in Betracht ziehen. Sie können durch eine Therapie lernen, dass Wut zum Leben dazu gehört und kein Grund ist, Angst zu empfinden. Sie erfahren dort, wie sie ihre Wut auf gesunde Weise ausdrücken können, statt sie in toxische Verhaltensweisen zu kanalisieren, was zu selbstzerstörerischen Aktionen führen kann. 

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    Wie erkennt man eine Angrophobie

    Betroffene meiden Situationen, in denen sie wütend werden könnten, und andere Menschen, die zu Ausbrüchen von Aggressionen neigen.

    Dieses Vermeidungsverhalten führt dazu, dass die Personen häufig konfliktscheu und unterwürfig sind, aus Angst, andere wütend zu machen oder selbst zornig zu werden und aggressives Verhalten zu zeigen. Deshalb verlassen sie bei schwierigen Konversationen beispielsweise das Haus oder die Räumlichkeit, aus Angst, die Kontrolle über ihre Gefühle zu verlieren. 

    Die Angst, in Situationen zu geraten, in denen Aggressionen auftauchen, führt des Öfteren dazu, dass sich die Betroffenen aus ihrem sozialen Alltag zurückziehen.

    Sie meiden andere Leute und bleiben deshalb lieber unter sich. Statt sich jemandem anzuvertrauen und sich den Kummer von der Seele zu reden, schämen sich viele Menschen zu Unrecht für ihre Angst und unterdrücken ihre Gefühle deshalb.

    Da Angst und Aggression allerdings eng miteinander verwandt sind, kann unterdrückte Angst zu aggressivem Verhalten führen, weshalb das Problem durch das Unterdrücken der eigenen Probleme meist nur verstärkt wird.

    Wenn keine Selbsthilfe angewendet wird oder in extrem Fällen kein Spezialist aufgesucht wird, verschlimmern sich die Ängste und Aggressionen deshalb in den meisten Fällen.

    Sich einzugestehen, dass man Hilfe gegen unkontrollierte Wut und Aggression benötigt, ist deshalb sehr wichtig, denn ohne diesen Schritt ist keine Heilung möglich.

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    Behandlung von aggressiven Verhalten

    Tiefsitzende Ängste und Probleme zu behandeln, ist nie einfach. Es erfordert viel Mut, sich den eigenen Sorgen zu stellen.

    Aus diesem Grund und wegen der Angst vor Unverständnis und Ausgrenzung reden sich viele Menschen ein, dass es ihnen gut geht, und verstecken ihre Angst. In jedem Fall ist es wichtig, Gefühle wie Wut und Angst nicht zu unterdrücken oder zu verdrängen.

    Wenn Beschwerden ignoriert statt behandelt werden, verschlimmern sie sich leider in den meisten Fällen. Der richtige Weg wäre, bei extremen Angstzuständen und chronischen Panikattacken einen Experten aufzusuchen, mit dessen Hilfe der Umgang mit den eigenen Gefühlen erlernt werden kann und toxische Verhaltensweisen abgestellt werden. 

    Durch Psychotherapie wird gemeinsam mit dem Spezialisten an verdrängten Gefühlen gearbeitet und ein gesundes Verhältnis zu der eigenen Wut entwickelt.

    Auch eine kognitive Verhaltenstherapie kann zum Behandlungserfolg führen. Bei dieser wird versucht, mit dem Patienten verdrängte Angst und Wut aufzuarbeiten und eine gesunde Art der Konfrontation und Kritikübung zu erarbeiten, sodass Emotionen besser gezeigt und verarbeitet werden können, statt seine eigenen Gefühle zu unterdrücken.

    Auch Entspannungstherapien helfen dem Patienten, seine starke Angst zu kontrollieren, weniger Stress zu erleiden sowie aufkommende Aggressionen auszubremsen, beispielsweise durch bestimmte Atemtechniken.

    Gut zu wissen

    Aggression wurde lange Zeit als Urtrieb des Menschen gesehen. Inzwischen ist aber festgestellt worden, dass Gewaltbereitschaft nie angeboren, sondern durch das Umfeld hervorgerufen wird. Aggressionen abzulegen oder zumindest zu mindern, ist möglich.

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    Angst vor aggressivem Verhalten überwinden

    Viele Menschen fürchten sich davor, ihre Probleme und Sorgen anderen mitzuteilen, da sie sich vor Ausgrenzung und Unverständnis fürchten oder Angst haben, nicht mehr ernst genommen zu werden.

    Gefühle zu unterdrücken oder ihre Existenz zu verdrängen, führt allerdings nur dazu, dass sich die Probleme verschlimmern. Unterdrückte Wut kann zu passiv-aggressivem Verhalten werden, welches das Gegenüber durch Provokation verletzen und beleidigen kann.

    Während ein gewisses Maß an Angst absolut normal ist und jeden Menschen betrifft, kann irrationale und übersteigerte Angst zu destruktivem und toxischem Verhalten führen.

    Starke Furcht, die nicht behandelt wird, kann in Aggressivität umschlagen und bewirken, dass die Betroffenen ihr Umfeld unabsichtlich verletzen. 

    Wenn Betroffene so sehr unter ihrer Angst leiden, dass sie sich aus ihrem sozialen Umfeld zurückziehen, unter dauerhaften Angstzuständen leiden und ein normales Leben nicht mehr möglich ist, sollte definitiv eine Therapie in Betracht gezogen werden.

    In derartigen extremen Fällen besteht darin meist die einzige Möglichkeit, um aus dem Teufelskreis aus Angst und Aggression auszubrechen

    Ablehnung von Hilfe bei aggressiven Verhalten

    Leider schämen sich aber viele Menschen, über ihre Ängste zu sprechen und offen damit umzugehen.

    Wichtig ist aber, sich daran zu erinnern, dass die Experten im Umgang mit Patienten und deren Problemen geschult sind. Sie haben ein offenes Ohr für Probleme, verurteilen niemanden, unterliegen der Schweigepflicht und können ihren Patienten helfen, ihre Angst in den Griff zu bekommen, sodass sie einen stressfreien Alltag ausleben können und ihr Verhalten und ihre Sorgen kontrollieren können. 

    In extremen Fällen, in denen Betroffene unter so starker Angst leiden, dass sie ihr Haus nicht verlassen wollen und Menschen sowie angsteinflößende Situationen meiden, ist es ratsam, einen Spezialisten hinzuzuziehen. Dieser kann den Personen helfen, alternative Denk- und Handlungsmuster einzuüben und den Umgang mit der eigenen Angst zu erlernen und kontrollieren zu können.

    Leider haben viele Menschen die unter Aggressionsproblemen leiden, erhöhte Schamgefühle darüber mit einem Arzt zu sprechen. Dies kann an der Furcht vor der Diagnose liegen, sich davor fürchtet, sich jemandem anzuvertrauen, oder an einer generellen Arztphobie

    Wer den Arztbesuch vermeidet, leidet allerdings meist darunter, dass sich die Probleme von allein nicht bessern, sondern eher schlimmer werden, wenn sie unterdrückt und nicht behandelt werden. 

    Selbsthilfe bei aggressiven Verhalten

    Personen, die keinen Arzt aufzusuchen möchten, können andere Hilfsmöglichkeiten in Betracht ziehen.

    Eine vielversprechende Option stellt der Besuch einer Selbsthilfegruppe dar. In vielen Fällen ist es bereits sehr hilfreich und heilsam, sich mit Personen auszutauschen, die die eigenen Probleme nicht verurteilen, sondern bestens nachempfinden können.

    Betroffenen, denen es schwerfällt, sich Fremden gegenüber zu öffnen, können Vertraute aus ihrem Umfeld wählen, die Verständnis für die eigene Lage haben und Rückhalt bieten können.

    Wer seine eigenen vier Wände aus großer Angst nicht verlassen möchte, kann als ersten Hilfeansatz telefonische Beratung oder einen anonymen Videocall in Online Psychologen in Anspruch nehmen. 

    Erinnern Sie sich daran, dass die Experten im Umgang mit Patienten und Problemen geschult sind, Sie nicht verurteilen und Ihnen bei der Kontrolle Ihrer Ängste und Wut behilflich sein können.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Get help with anger – NHS
      2. Controlling anger: Tips, treatments, and methods – Medical News

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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