Angst vor Wind

Anemophobie - Angst vor Wind und Sturm überwinden

Eine panische Angst vor Wind und Sturm wird auch Anemophobie genannt. Wir klären auf woher die Angst kommt und welche Tipps zur Überwindung der übersteigerten Angststörung helfen.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Als Anemophobie wird eine irrationale Angst vor Wind bzw. Sturm bezeichnet. Die Betroffenen fürchten sich dabei vor jeglicher Art von Wind, bei manchen können sogar schwache Luftzüge Angstgefühle auslösen.

    Anemophobiker haben große Angst vor offenen Fenstern oder fürchten sich davor, ins Freie zu gehen, wo man sehr häufig auch Wind zu erwarten hat. Dazu kommen auch körperliche Symptome wie Herzrasen, Zittern oder Schweißausbrüche.

    Manche Anemophobiker sind in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Dann kann eine Therapie – wie zum Beispiel eine Hypnosetherapie oder eine Expositionstherapie – hilfreich sein.

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    Merkmale einer Anemophobie

    Was zeichnet die Angst vor Wind und Sturm aus?

    Wer an einer Anemophobie leidet, hat große Angst vor jeglichen Formen von Wind. Sobald der Verdacht auf Wind besteht, verlassen viele ihre Wohnung oder ihr Haus nicht mehr. 

    Ein starkes Vermeidungsverhalten kann dazu führen, dass wichtige Termine oftmals nicht wahrgenommen werden können und die Betroffenen in vielen Fällen auch isoliert leben.

    Wie bei jeder Phobie ist auch bei einer Anemophobie die Angst das dominierende Symtpom. Bei Anemophobikern löst ofmals schon der Gedanke an Wind große Ängste aus und sie versuchen daher alles, um jeglicher Art von Wind aus dem Weg zu gehen. Manche verbringen den Tag damit, sich Wettervorhersagen anzuhören oder rufen auch bei Wetterstationen an, um sicherzugehen, ob sie das Haus verlassen können oder nicht.

    Darüber hinaus können auch akute körperliche Symptome auftreten:

    Im schlimmsten Fall leiden die Betroffenen auch an Depressionen.

    Auslöser & Ursachen

    Woher kommt die Angst vor einem Sturm?

    Sehr häufig sind negative Erlebnisse und Traumata im Zusammenhang mit Wind der Auslöser für eine Anemophobie.

    So können sich die Betroffenen beispielsweise in einer lebensbedrohlichen Situation befunden haben, welche durch ein starkes Unwetter ausgelöst worden ist.

    Diese Erfahrung führt in weiterer Folge dazu, dass man schon bei leichten Wind an diese Situation erinnert wird und einen Wind im Allgemeinen mit Gefahren verbindet.

    Manche Menschen, die an einer Anemophobie leiden, haben auch Angst davor, dass aufgrund eines starken Windes „Hab und Gut“ beschädigt wird. Dies betrifft vor allem die Angst vor einem Tornado. Dabei besteht häufig die Angst dass entweder das Auto, das Haus, der Balkon oder der Garten beschädigt wird. Viele Betroffene verstauen bei der Ankündigung eines Sturms frühzeitig jegliche Gegenstände und minimieren das Risiko von Verlust. Auch das Auto wird somit geschützt (beispielsweise in einer Garage oder unter einer Brücke) geparkt. 

    Eine weitere Ursache für eine Anemophobie kann die Angst vor einem Kontrollverlust sein. Genauso wie wir unser Leben nicht ständig unter Kontrolle haben und beeinflussen können, ist auch der Wind ein Phänomen, dass sich nicht kontrollieren lässt, was bei den Betroffenen große Angst auslösen kann.

    Tipps gegen die Angst vor Wind

    Was kann man gegen panische Angst vor einem Sturm tun?

    Der Angstlevel ist bei Anemophobikern sehr unterschiedlich, die nachfolgenden Tipps könnten aber hilfreich sein, um die Angst zu reduzieren:

    Wenn Sie unter einer Anemophobie leiden und Ihre Ängste mindern möchten, beginnen Sie ganz langsam: Hören Sie sich beispielsweise Entspannungsmusik an, in der auch Naturgeräusche wie Wind zu hören sind, um sich zunächst einmal an das Geräusch zu gewöhnen.

    Nach und nach kann man sich dann ganz langsam angstauslösenden Situationen stellen. Schauen Sie beispielsweise bei geschlossenem Fenster hinaus, wenn der Wind weht. Im Laufe der Zeit können Sie dann versuchen, das Fenster ein wenig zu öffnen, um dem Wind zu lauschen.

    Auch Visualisierungen können dazu beitragen, Ängste zu reduzieren und zu entspannen. Befinden Sie sich beispielsweise in einer Angstsituation, so schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie Sie sich der Wettersituation stellen und sich dabei sicher fühlen.

    Machen Sie kein Geheimnis aus Ihren Ängsten. Vertrauen Sie sich einem Familienmitglied oder einem Freund  an und erzählen Sie demjenigen, wie Sie die Phobie fühlen lässt.

    Für Menschen, die sich ständig den Wetterbericht am Smartphone oder im Fernsehen ansehen, empfiehlt es sich, diesen Zwang auf ein Minimum zu verringern, da die Ängste sonst nur noch verstärkt werden können.

    Viele Ängste entstehen aufgrund von Unsicherheit. Das Wetter ist ebenfalls etwas sehr Unsicheres und nicht immer genau vorhersagbar. Es ist unmöglich das Wetter zu kontrollieren, daher ist es wichtig, sich mit dem Thema „Unsicherheit“ im Allgemeinen auseinanderzusetzen. Vieles im Leben lässt sich nicht kontrollieren und je mehr man in der Lage ist, diese Unsicherheit zu akzeptieren, desto weniger Angst wird man verspüren.

    Es gibt viele verschiedene Formen der Meditation, mit denen man Angstgefühle und Stress reduzieren kann. Für Anemophobiker ist vor allem die Achtsamkeitsmeditation sehr empfehlenswert, da man sich hier zum Beispiel auf seinen Atem konzentriert und sich der Fokus dadurch verlagert.

    Sehr hilfreich kann es zudem sein, regelmäßig Sport zu betreiben, da Bewegung ebenfalls Angst und Stress mindern kann.

    Hilfe finden

    Professionelle Hilfe

    Manchmal verschlechtert sich eine Anemophobie im Laufe der Zeit und kann den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen. In diesem Fall ist es empfehlenswert sich an einen Therapeuten zu wenden, um gemeinsam einen Weg zu finden, die Symptome zu mildern. Dafür stehen verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl:

    Im Rahmen einer Hypnosetherapie können die negativen Glaubenssätze, die der Angst vor Wind zugrundeliegen, herausgefunden und verändert werden.

    Auch bei einer Kognitiven Verhaltenstherapie können die oftmals tiefsitzenden negativen Glaubenssätze der Klienten in positive umgewandelt werden. Darüber hinaus erlernen die Betroffenen mithilfe des Therapeuten, wie man mit angstauslösenden Situationen umgehen kann.

    Eine Expositionstherapie verfolgt das Ziel, sich mit seinen Ängsten zu konfrontieren. Im Rahmen einer Behandlung wird der Betroffene daher den Stimuli, die die Angstgefühle auslösen, ausgesetzt, um auch die körperlichen Symptome zu reduzieren.

    In manchen Fällen werden auch Medikamente verschrieben, durch die der Serotonin- und Dopamin-Level gesteigert werden kann. Dadurch fühlen sich die Betroffenen entspannter und ruhiger. Beachten Sie aber, dass Medikamente keine Therapie ersetzen und daher immer nur in Kombination mit einer entsprechenden therapeutischen Behandlung eingesetzt werden sollten.

    Hilfe finden und annehmen:

    Um einen passenden Therapeuten zu finden, können wir die Ärztesuche auf Jameda empfehlen. Wer lieber eine Online Beratung wünscht, kann einen Therapeuten auch gezielt nach der Möglichkeit fragen.

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

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      Quellen:

      1. Understanding Anemophobia, the Fear of Air – Verywell Mind

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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