Anatidaephobie

Angst von Enten beobachtet zu werden

Wer unter Anatidaephobie leidet, fürchtet, von einer Ente beobachtet zu werden. Diese spezielle Angst wurde von Gary Larson, einem Comic-Zeichner, auf humoristische Art verbreitet. Ob es sich um eine reale Angststörung oder um eine fiktive Idee handelt, fakt ist: Viele Tiere können Ängste auslösen.

Bei der Anatidaephobie handelt es sich zwar um keine anerkannte Diagnose, dennoch kann therapeutische Hilfe nötig sein. Wir klären über die Merkmale, Auslöser und Behandlungsformen dieser seltenen Phobie auf. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Es gibt die Angst vor Enten und anderen Vögeln – und die Angst, von Enten, Schwänen oder Gänsen beobachtet zu werden. Die Anatidaephobie ist gewissermaßen eine Unterart der Entenangst. Die Betroffenen haben keine Angst vor den Schwimmvögeln, sondern vor ihrem Blick.

    Wer sich vor dem Blick einer Ente fürchtet, hält große Distanz zu Seen und Flüssen, wo sich die Schwimmvögel aufhalten könnten. Die Phobiker leiden unter einem Gefühl der Bedrohung. Sie verspüren den Drang zu fliehen und fühlen sich wie in einem Albtraum.

    Auch wenn es keine medizinische Anerkennung für die Diagnose einer Anatidaephobie gibt, besteht durchaus die Möglichkeit, dass Menschen sich vor Enten fürchten, die sie beobachten. Viele Experten gehen allerdings davon aus, dass es sich um eine erfundene Phobie handelt, die zu einer Art Kult hochstilisiert wurde.

    Merkmale der Anatidaephobie

    Die Angst, von einer Ente beobachtet zu werden, klingt irrational und skurril. Doch in der modernen Welt entstehen immer mehr unwahrscheinliche Angststörungen.

    Phobien gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern der Psyche. Viele Menschen leiden im Laufe ihres Lebens unter einer bestimmten Phobie.

    Gut zu wissen

    Nicht nur die Enten im Teich lösen bei den Phobikern unangenehme Angstgefühle aus. Auch Fotos von Enten führen dazu, dass die Betroffenen erschrecken und ins Schwitzen geraten.

    Die Geschichte der Anatidaephobie scheint mit dem Comic „Die andere Seite“ von Gary Larson zu beginnen. Das legt die Vermutung nahe, dass es sich um eine fiktive Phobie handelt. Eventuell hat Larson seine Inspiration aber auch aus dem realen Leben.

    Ursachen & Auslöser

    Was sind die Ursachen für eine Anatidaephobie?

    Viele Menschen behaupten, dass es sich bei der Anatidaephobie um eine humorvolle Erfindung handelt, die sich durch fiktive Erzählungen verbreitet.

    Es ist jedoch gut möglich, dass es tatsächlich Phobiker gibt, die sich vor dem Blick einer Ente fürchten.

    Eine Erklärung für die Entenphobie geht dahin, dass die Schwimmvögel früher größer und bedrohlicher für Menschen waren. Das würde bedeuten, dass hinter der Angst vor der Beobachtung die Furcht vor der Ente selbst steht.

    Angst vor Vögeln?

    Die ungewöhnliche Phobie kann auch mit der Ornithophobie zusammenhängen – der Angst vor allen Vogelarten. Diese entsteht möglicherweise durch negative Berichte, Erzählungen von Freunden oder auch durch Filme wie de, Horrorfilm von Alfred Hitchcock „Die Vögel“.

    Schlechte Erfahrungen

    Ein weiterer Auslöser kann eine schlechte Erfahrung sein. Ein Schwan, der auf ein Kind zuläuft, wirkt groß und gefährlich. Eine Gans, die aggressiv auf ein Kind zugeht und es zwickt, kann ebenfalls Angstgefühle verursachen, die bis ins Erwachsenenalter anhalten.

    Wenn eine solche Angst zu viel Aufmerksamkeit erhält, kann sie sich zu einer Angststörung entwickeln. Das funktioniert auch bei der Anatidaephobie, auch wenn sie nicht zu den offiziell anerkannten Phobien gehört.

    Die spezifischen Phobien lassen sich in mehrere Untertypen aufteilen, beispielsweise:
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    Symptome & Anzeichen

    Menschen mit Anatidaephobie fühlen sich in der Natur unsicher. In jedem Gewässer und hinter jedem Strauch könnte eine Ente sein, die sie beobachtet. Hier zeigt sich eine gewisse Verwandtschaft mit Verfolgungswahn. Daher ähneln auch die Symptome einer typischen Paranoia.

    Belustigung?

    Wer sich über eine vermeintlich alberne Angststörung lustig macht, geht respektlos mit den Gefühlen der Betroffenen um. Verantwortungsbewusste Menschen berücksichtigen die Ängste und wissen, dass sie es mit einer speziellen psychischen Erkrankung zu tun haben. Die Anatidaephobie ist vielleicht aus einer humorvollen Geschichte entstanden, doch sie kann das Resultat einer schweren Krise sein.

    Anzeichen für therapeutischen Handlungsbedarf

    Viele Menschen leiden zeitweise unter Phobien, die irrational erscheinen. Abhängig von dem Schweregrad und der Dauer der Angststörung kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Wichtig ist, dass die Betroffenen ihre übertriebene Angst aus eigenem Antrieb loswerden möchten. Dafür müssen sie jedoch erst erkennen, dass es sich um eine therapiebedürftige Angststörung handelt.

    Auch selten auftretende Phobien wie die Anatidaephobie brauchen eine Behandlung, denn sie beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen. Mit einer konsequenten Herangehensweise gewinnen die Phobiker ihre innere Balance zurück. Ohne eine Therapie verfestigen sich die Symptome hingegen und führen womöglich in eine ernsthafte psychische Erkrankung.

    Wann ist die Anatidaephobie behandlungsbedürftig?
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    Mögliche Therapien

    Gerade bei einer außergewöhnlichen Angst wie der Anatidaephobie kann es hilfreich sein, die eigenen Angstgedanken zu hinterfragen. Das gelingt am besten im Gespräch mit empathischen Freunden und Verwandten. Der Umgang mit zynischen und lästernden Bekannten kann hingegen das Selbstwertgefühl der Betroffenen schwächen.

    Mit gezielten Gedankenübungen lässt sich die Anatidaephobie recht gut bekämpfen.

    Dabei helfen:

    Die Mantras unterstützen die Betroffenen dabei, Angstphasen zu überwinden. Damit eignen sie sich auch als Begleitung für die therapeutische Konfrontation.

    Psychotherapeutische Ansätze

    Die Konfrontationstherapie oder Exposition läuft schrittweise ab. Die Begegnung mit Enten soll die Angstreaktion allmählich reduzieren. Mit der systematischen Desensibilisierung sind spezifische Phobien sehr gut zu behandeln.

    Die kognitive Verhaltenstherapie setzt bei der Umstrukturierung der verinnerlichten Denkmuster an. Damit sollen die ursprünglichen Probleme für die Ängste gelöst werden. In enger Zusammenarbeit mit einem Therapeuten gelingt es den Phobikern, die irrealen Angstgefühle durch eine vernünftige Denkweise zu ersetzen.

    Medikamentöse Therapie

    Mit Beruhigungstabletten und anderen Medikamenten lassen sich die Angstsymptome leichter bewältigen. Die medikamentöse Behandlung zielt jedoch nur auf die Linderung der Symptome ab.

    Medikamente sind nur im Zusammenhang mit einer Psychotherapie sinnvoll – oder für die unmittelbare Linderung der Angstsymptome. Für die richtige Dosierung sollten die Mittel nur nach ärztlicher Empfehlung eingenommen werden.

    Tipps & Selbst-Therapie

    Solange die Angst noch nicht überhandnimmt, können die Betroffenen ihre Anatidaephobie selbst bekämpfen.

    Dabei helfen:

    Wer lernt, sich selbst zu beruhigen, kann seine Ängste besser bewältigen. Auch in Situationen, wo mit dem plötzlichen Auftauchen einer Ente zu rechnen ist, fühlen sich die Betroffenen nicht mehr unsicher. Entspannung und Ablenkung funktionieren mit Musik oder in Gesellschaft von Freunden besonders gut.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. What Is Anatidaephobia? Can you really have a fear of ducks? – verywellmind.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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