Amnesiphobie

Angst vor Gedächtnisverlust

Amnesiphobie bezeichnet die Furcht davor, Dinge zu vergessen oder das Gedächtnis zu verlieren. Ausgelöst wird diese oftmals durch einen Fall von Demenz im persönlichen Umfeld, ebenso wie durch traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder Filmrisse infolge von übersteigertem Alkoholkonsum.

Dauerhafte Angstzustände und Stress können die Folge einer Amnesiphobie sein. Mithilfe eines Experten ist es möglich, Bewältigungsstrategien für die starke Angst zu erlernen, sodass diese nicht länger das Alltagsleben beeinträchtigt. Außerdem geben wir Tipps um die Ängste vor einem Gedächtnisverlust zu reduzieren.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Amnesiphobie, auch genannt Amnesiophobie, ist eine spezifische Phobie. Die Angststörung bezeichnet die Furcht vor Gedächtnisverlust, Blackouts und Erinnerungslücken. 

    Betroffene haben Angst davor, Dinge zu vergessen und ihr Gedächtnis zu verlieren. Dies kann zu dauerhafter Furcht führen, welche in extremen Fällen psychische und körperliche Beeinträchtigungen erwirkt. Auch die Entstehung von Zwangsstörungen (z.B. zwanghaftes Gedächtnistraining) ist möglich. 

    Je nach Ausprägung der Phobie ist es nicht zwingend notwendig, diese zu behandeln. Manchmal können Selbsthilfemaßnahmen oder Entspannungstherapien dabei helfen, die Ängste zu lindern, sodass einem normalen Leben nichts mehr im Weg steht. In extremen Fällen von chronischer Angst und Panikattacken hilft eine Therapie, beispielsweise eine Psychotherapie oder eine kognitive Verhaltenstherapie. Auch durch Hypnose wurden Erfolge bei der Linderung von Angststörungen erzielt. 

    Amnesiphobie: Wortbedeutung

    Der Begriff Amnesiphobie kommt aus dem Griechischen. Die Vorsilbe „a“ bedeutet „ohne“, während „mnesis“ Erinnerung bedeutet. „Phobos“ ist griechisch für „Angst“. Demnach bedeutet der Name wörtlich die Angst davor, ohne Erinnerung zu sein. 

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    Auslöser einer Amnesiphobie

    Verschiedene Faktoren können die Angst vor einem Gedächtnisverlust erzeugen begünstigen. So ist beispielsweise ein Trauma für das Entstehen von Gedächtnislücken verantwortlich. 

    Wenn jemand eine schlimme Erfahrung gemacht hat, blockiert das Bewusstsein die Erinnerung daran oftmals, um sich selbst vor den schmerzhaften Gedanken zu schützen.

    Alkoholkonsum als Risikofaktor

    Durch übermäßigen Alkoholkonsum entstehen Blackouts. Wer schon einmal einen Filmriss erlitten hat, wird sicherlich zustimmen, dass dies eine höchst beunruhigende Erfahrung ist – Momente im Leben können in der Erinnerung nicht abgerufen werden und Betroffene wissen nicht, was sich während dieser Zeit abgespielt hat. Filmrisse und Gedächtnislücken begünstigen deshalb die Angst vor weiterem Gedächtnisverlust. 

    
Andere relevante Faktoren können unter anderem sein:
    Weitere Risikofaktoren für Amnesiphobie

    Bestimmte Charaktermerkmale wie eine allgemeine Sensibilität des Charakters begünstigen ebenfalls eine Angststörung. Auch psychische Beeinträchtigungen, beispielsweise das Vorliegen einer anderen Angst- oder Zwangsstörung  oder Depressionen, erhöhen das Risiko für die Entwicklung von Unsicherheiten und starken Ängsten.

    Anzeichen einer Amnesiphobie

    Betroffene einer Amnesiphobie haben große Angst davor, ihr Gedächtnis zu verlieren oder sich an Dinge nicht mehr erinnern zu können.

    Ihre Gedanken kreisen dauerhaft um diese Befürchtung. Oftmals trainieren und kontrollieren sie regelmäßig ihr Gedächtnis, um Amnesie oder Demenz vorzubeugen und zu verhindern. Dadurch entstehen unter Umständen Zwangsstörungen.

    Wie bei anderen Angststörungen existieren verschiedene Ausprägungen der Angst. Bei vielen Betroffenen sorgt die Angst vor Gedächtnisverlust für Stress und Panik. Dadurch können körperliche Angstsymptome und psychische Reaktionen entstehen, welche das Leben womöglich dauerhaft beeinträchtigen. 

    Beispiele für typische Angstsymptome sind: 

    Das Auftreten von Angstsymptomen setzt oftmals einen Angstkreislauf in Bewegung. Dadurch können chronische Panikattacken und dauerhafte Angstzustände entstehen.

    Diese bewirken in manchen Fällen sogar, dass Betroffene sich aus ihrem sozialen Leben zurückziehen. Durch eine starke Angststörung ist ein normales Alltags- und Berufsleben womöglich nicht länger möglich. 

    Amnesiphobie ist nicht peinlich

    Viele Personen sorgen sich davor, ihr Gedächtnis im Alter zu verlieren. Es ist bis zu einem gewissen Grad völlig verständlich, sich vor der Zukunft und vor Erkrankungen im Alter zu fürchten. Im Zusammenhang damit steht auch oft die Angst vor der Rente

    Manchmal können derartige Ängste aber sehr belastend werden. In vielen Fällen schämen sich die Betroffenen dann zu sehr, um sich die benötigte Hilfe zu suchen. 

    Phobien sind Angststörungen, mit denen irrationale Furcht und Panik einhergehen. Oftmals wissen Betroffene, dass ihre Ängste unbegründet sind. Es liegt jedoch in der Natur einer Phobie, dass die betroffenen Personen ihre Furcht nicht kontrollieren können.

    Angst ist ein evolutionärer Reflex, welcher eine wichtige Funktion erfüllt – unsere Furcht schützt uns vor waghalsigem Verhalten. Demnach ist es völlig normal, Angst zu haben, und bis zu einem gewissen Grad sogar gesund.

    Wenn die Furcht überhandnimmt und das Leben der Betroffenen dauerhaft beeinträchtigt oder zu Problemen führt, ist eine therapeutische Behandlung ratsam.

    Gedächtnisverlustangst überwinden

    Da mit einer Angststörung in der Regel irrationale Ängste und Gedanken einhergehen, schämen sich Betroffene oftmals zu sehr, um sich Hilfe zu suchen.

    Beschwerden und Symptome verschlimmern sich allerdings zumeist, wenn sie unbehandelt bleiben. Von daher ist es ratsam, bereits bei Beginn von Symptomen wie irrationaler Angst oder Zwangsstörungen einen Experten aufzusuchen, bevor chronische Verhaltensweisen entstehen.

    Betroffenen, die sich nicht trauen, einen Spezialisten zu kontaktieren, stehen verschiedene Tipps oder auch Online Therapien zur Verfügung.

    Tipps gegen die Amnesiphobie

    Je länger Personen unter Angst leiden, desto stärker wird diese und problematische Verhaltensmuster vertiefen sich. Bei irrationaler Furcht ist es nur noch schwer möglich, sich selbst aus dem Angstkreislauf zu befreien. Deshalb ist es ratsam, bereits bei beginnenden Symptomen diesen entgegenzuwirken.

    Für Entspannung sorgen

    Starke Angst verursacht bei den Betroffenen permanenten Stress. Mithilfe von Entspannungstherapien wie Yoga, autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung ist es möglich, das hohe Stresslevel zu senken. Ein positives Mantra oder Atemtechniken zur Beruhigung können die Angst verringern.

    Gesunder Lebensstil

    Viele Faktoren begünstigen Hirnschädigungen, beispielsweise Rauchen und Alkoholkonsum. Um Gedächtnisverlust vorzubeugen, hilft es, ausreichend zu schlafen, ein gesundes Gewicht zu haben und zugesetzten Zucker zu vermeiden. Des Weiteren haben Experten zufolge Omega-3-Fettsäuren und bestimmte Lebensmittel wie Avocados oder Walnüsse einen positiven Effekt auf das Gehirn.

    Regelmäßiges - nicht zwanghaftes - Gedächtnistraining

    Regelmäßiges Training der Erinnerung hilft dabei, das Gedächtnis fit zu halten. Auch Gehirnjogging, beispielsweise mit Sudokus oder verschiedenen Denksportaufgaben, kann hilfreich sein. Des Weiteren existieren verschiedene Apps, die tägliche Übungen bereitstellen. Beispiele dafür sind Fit Brains Trainer oder CogniFit Brain Fitness. Wichtig ist es das solch ein Gehirntraining nicht zwanghaft betrieben wird, da dies eine Angststörung nur bestärken könnte.

    Tagebuch führen

    Eine weitere Option ist das Führen eines Tagebuchs. So verhindern Sie, dass Erinnerungen verloren gehen. Wichtig ist natürlich, es mit derartigen Maßnahmen nicht zu übertreiben, damit keine Zwangsstörung entsteht.

    Therapie der Amnesiphobie

    Eine Gesprächstherapie bietet die Möglichkeit, tiefliegende individuelle Ängste und unterdrückte Erlebnisse zu verarbeiten.

    Auch eine kognitive Verhaltenstherapie kann helfen. Dabei werden toxische Verhaltensmuster als solche identifiziert und ihre Auswirkungen verdeutlicht. Durch die Umprogrammierung von betroffenen Hirnarealen ist es möglich, alternative Denk- und Verhaltensmuster anzutrainieren. Dadurch können Betroffene bei zukünftigem Auftreten von Angstsymptomen die Situation besser kontrollieren und bewältigen. 

    In einigen Fällen von spezifischen Angststörungen wurden Erfolge durch Hypnosetherapien erwirkt. Durch eine sogenannte auflösende Hypnose wird das rationale Denken ausgeschaltet, welches im wachen Zustand bestimmte Gefühle und Gedanken unterdrückt und verdrängt. Allein dadurch, dass bestimmte Empfindungen ausgesprochen statt verdrängt werden, wird oftmals bereits eine deutliche Besserung erreicht. 

    In extremen Fällen können angstlindernde Medikamente in Absprache mit den Patienten verschrieben werden. 

    Hilfe annehmen

    Der Gedanke an eine Therapie ist für viele Betroffene sehr furchteinflößend. Mithilfe eines Therapeuten ist es aber möglich, Bewältigungsstrategien für die eigenen Ängste zu erlernen, sodass diese das Alltagsleben nicht länger beeinträchtigen. 

    Psychologen in unmittelbarer Nähe können über die Arztsuche von Jameda.de gefunden werden. Wer lieber eine möglichst zeitnahe und anonyme Lösung sucht, der kann auch über das Internet Psychologen konsultieren und eine Online Beratung in Anspruch nehmen. 

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      Quellen:

      1. What You Need to Know About Athazagoraphobia, the Fear of Being Forgotten – healthline.com
      2. Hilfe bei Anmesiephobie mittels Hypnose – noack-hypnose.de

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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