Agaraphobie

Die Angst davor, berührt bzw. angefasst zu werden.

Vielen Menschen ist es unangenehm, von bestimmten Menschen und auch Fremden angefasst bzw. berührt zu werden. Bei Menschen mit einer Agaraphobie ist dieses Gefühl so stark ausgeprägt, dass jede Situation, in der die Möglichkeit einer Berührung besteht, zu einer potentiellen Bedrohung wird. Dies führt zu Stress und Problemen im Alltag.

Mithilfe von Tipps oder in extremen Fällen mittels Therapieverfahren ist es möglich, den Umgang mit der Angst vor Berührungen zu erlernen. Mit Hilfe von Bewältigungsstrategien lässt sich die Angst verringern. 

Übersicht:
    Add a header to begin generating the table of contents
    Häufige Fragen:

    Die Agaraphobie ist die generelle Angst vor Berührungen bzw.angefasst zu werden. Dabei kann schon alleine bei der Vorstellung an solche Situationen, eine Panikreaktion ausgelöst werden. Ist die Agaraphobie sehr stark ausgeprägt, kann dies im schlimmsten Fall bedeuten, dass die Betroffenen keinen Fuß mehr vor die Tür setzen, um der vermeintlichen Gefahr zu entgehen.

    Ähnlich wie die Agaraphobie ist auch die Aphenphosmophobie eine Angst vor Berührungen. Der Unterschied zur Agaraphobie besteht darin, dass Menschen mit Aphenphosmophobie Angst davor haben, sich durch Berührungen mit diversen Krankheiten anstecken zu können.

    Wie bei allen Phobien, gibt es nur selten einen bestimmten Auslöser, meist beruht die Entstehung auf persönliche Erfahrungen und Erlebnisse jedes Einzelnen. Dies können traumatische Erlebnisse in bestimmten Situationen sein, in denen man sich hilflos gefühlt hat. Nicht selten übertragen auch die Eltern Phobien auf ihre Kinder, da innerhalb der Familie die Phobie häufiger thematisiert wird.

    Betroffene einer sogenannten Berührungsangst fürchten sich davor, von anderen berührt zu werden. Bei Berührungen oder dem Gedanken daran können infolge von starker Angst verschiedene Symptome auftreten. Viele Betroffene weisen Vermeidungsverhalten auf, um ihrer Angst aus dem Weg zu gehen, wodurch es im Berufs- und Sozialleben zu erheblichen Einschränkungen kommen kann. 

    Angst berührt zu werden

    Die Angst davor angefasst zu werden

    Die Berührungsangst kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Betroffenen können entweder Angst davor haben, berührt zu werden, sodass es ihnen der körperliche Kontakt mit anderen unmöglich wird.

    Manche Betroffene hingegen verspüren lediglich ein leichtes Unbehagen, wenn sie von anderen berührt werden. Die Phobie kann sich auf Berührungen von Fremden oder Personen des anderen Geschlechts und auf Berührungen insgesamt beziehen. 

    Manche Personen fürchten ebenso den Kontakt mit Tieren oder Pflanzen. Auslöser von Angstsymptomen kann bereits ein Händeschütteln oder eine gut gemeinte Umarmung sein.

    In extremen Fällen löst sogar die kurze und zufällige Berührung einer vorbeistreifenden Person große Angst aus. Dadurch kann es im Alltag zu starken Beeinträchtigungen kommen, sowohl im sozialen Leben als auch beruflich.

    Zwiespalt der Gefühle

    Viele Betroffene berichten von einem Zwiespalt – einerseits ist der Wunsch nach Nähe ein menschliches Grundbedürfnis, nach welchem sie sich sehnen, während sie gleichzeitig große Angst verspüren, sodass das Zusammenspiel der gegensätzlichen Gefühle zu doppeltem psychischem Stress führt.

    Berührungsangst im Alltag

    Personen, die unter einer starken Aphephosmophobie leiden, ist es oft unmöglich, sich an vollen oder beengten Plätzen wie öffentlichen Verkehrsmitteln oder Kaufhäusern aufzuhalten.

    Die ständige Angst davor, dass es zu Berührungen kommen könnte, versetzt die Betroffenen in extremen psychischen Stress. In vielen Fällen führt die Berührungsangst zu Vermeidungsverhalten.

    Die Betroffenen ziehen sich zurück und leben isoliert, um nicht mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Auch eine romantische Beziehung zu führen, kann einige Betroffene in starke Angst versetzen. Somit ist die Berührungsangst häufig auch mit der Angst vor emotionaler Nähe verknüpft. 

    Angst nur bei Berührung von Fremden?

    Je nach Intensität der Phobie ist es möglich, dass Personen mit Aphephosmophobie die Berührung durch ihnen nahestehende Personen, denen sie vertrauen, durchaus möglich sind und sogar ohne Angst empfunden werden können. Hier ist das Level an Nähe und Vertrautheit sowie der Grad der Phobie entscheidend. 

    Anzeichen von Kontaktangst

    Typisches Verhalten bei Berührungsangst

    Sobald es zu der gefürchteten Situation kommt, nämlich zu Körperkontakt mit anderen Menschen, leiden die Betroffenen unter unterschiedlichen Ausprägungen von Angstzuständen.

    Je nach Ausprägung der Angststörung kann es sein, dass Betroffene sich nur leicht unwohl fühlen, wenn sie jemand berührt, es kann aber im Extremfall zu Panikattacken oder Ohnmachtsanfällen kommen.

    Typische Symptome bei einer Berührungsangst sind:

    Folgen der Agaraphobie

    Was passiert wenn man ständig Angst davor hat, angefasst zu werden?

    Verliert man aufgrund dieser Phobie seinen Arbeitsplatz, ist man grundsätzlich in seiner Existenz bedroht. Ist gleichzeitig der Gang in den Supermarkt vor übersteigerter Angst nicht mehr möglich steigen die persönlichen Beeinträchtigungen, welche sogar zu gesundheitlichen Risiken führen können.

    Auch ein Arztbesuch kommt in den meisten Fällen dann nicht in Betracht, da für bestimmte Diagnosen eine körperliche Untersuchung, die meist mit Berührungen verbunden ist, unumgänglich ist.

    Die schlimmste Gefahr besteht also darin, sich aufgrund seiner Agaraphobie, nicht mehr adäquat um seine Gesundheit kümmern zu können.

    Depressionen und gesteigerte Angstzustände können die Folge sein. Deshalb ist emotionaler Rückhalt von guten Freunden oder Familienmitgliedern sehr wichtig. 

    Auslöser und Ursprung

    Wodurch entsteht die Angst davor berührt zu werden?

    Eine Berührungsangst kann sich beispielsweise durch traumatische Ereignisse entwickeln. Besonders häufig kommt es nach körperlichem Missbrauch vor, dass Betroffene durch die schlechten Erfahrungen vor dem Kontakt mit Menschen zurückschrecken.

    Auch eine generelle Phobie vor anderen Menschen und Lebewesen, beispielsweise eine Form der Sozialphobie, kann vorliegen und zu der Angst vor Berührungen führen. 

    Auch nicht richtig verarbeitete Erlebnisse, in denen man sich hilflos und allein gefühlt hat, können den Ausschlag geben.

    Berührungsangst durch Migräne?

    Die Berührungsangst kann im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten. Sie wird oft als Begleiterscheinung von Migräne, neuropathischen Schmerzsyndromen oder Depressionen beschrieben.

    Hass auf den eigenen Körper:

    Des Weiteren kann ein niedriges Selbstwertgefühl oder Hass auf den eigenen Körper dazu führen, dass Betroffene nicht von anderen angefasst werden wollen.

    Angst vor Bakterien und Viren durch Berührungen:

    Des Weiteren gibt es etliche Menschen, die unter der Angst vor Krankheiten und Keimen leiden und infolgedessen die Berührung mit anderen vermeiden wollen.

    Entwicklung der Berührungsängste

    Oft steigert sich die Angst vor Berührungen

    Zu Beginn werden größere Menschenansammlungen bewusst gemieden. Im weiteren Verlauf kreisen die Gedanken nur noch um die vermeintliche Gefahr großer Menschen Massen. 

    Ist der Fokus nur noch auf die Wahrscheinlichkeit einer Berührung gerichtet, wird jeder Schritt in der Öffentlichkeit zu einer Mutprobe. Die Betroffenen sehen selbst in einem Spaziergang eine mögliche Bedrohung.  Dies führ dazu, dass der Gang in den Supermarkt schon längst nicht mehr möglich ist. Wenn keine andere Möglichkeit besteht, müssen sich Betroffen hierfür stark überwinden

    In vielen Fällen isoliert man sich nach und nach von seinen Bekannten, Freunden und zu guter Letzt auch von seiner Familie, weil man Angst davor hat, zur Begrüßung bzw. zum Abschied umarmt zu werden.

    Auch das Arbeitsleben kann von einer Berührungsangst beeinträchtigt werden. Dies kann damit zusammenhängen, indem Termine absagt oder Ausreden gesucht werden, nur um nicht Gefahr zu laufen, einem Geschäftspartner die Hand geben zu müssen.

    Tipps gegen Berührungsängste

    Wie man die Angst angefasst zu werden überwinden kann

    Bereits bei den ersten Anzeichen einer Berührungsangst ist es hilfreich, einen sich hilfreichen Tipps zu widmen. Sollte sich die Berührungsangst dennoch verschlimmern, ist es ratsam möglichst zeitnah einen Spezialisten für die Behandlung aufzusuchen. Wenn die Angst erst einmal chronisch geworden ist, kann eine Therapie sehr langwierig werden.

    Berührungsangst eingestehen und ansprechen

    Als erstes sollte man sich bewusst machen, an einer Agaraphobie zu leiden. Im nächsten Schritt sollte man den Mut besitzen mit seiner Familie und Menschen, die einem wichtig sind, über das Problem zu reden. Insbesondere in einer Partnerschaft ist es wichtig, reinen Wein einzuschenken, denn körperliche Nähe ist für eine Beziehung ebenso wichtig wie die geistige.

    Entspannungstherapien

    Entspannungstherapien wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder autogenes Training können dabei helfen, Stress und psychische Belastungen zu verringern, welche die Entstehung von Angststörungen begünstigen.

    Therapie der Berührungsangst

    Professionelle Hilfe um die Ängste zu überwinden

    Da eine starke Berührungsangst im Alltag zu vielen Belastungssituationen und chronischem Stress führen kann, ist in Extremfällen eine Behandlung die einzige Möglichkeit zur Besserung.

    Durch eine Behandlung wird der Umgang mit den eigenen Ängsten erlernt, sodass es im Alltag zu keinen oder nur noch vergleichsweise geringen Problemen mehr kommt.

    Konfrontationstherapie:

    Bei Angststörungen wird oft eine Konfrontationstherapie durchgeführt. Bei dieser werden die Personen unter der Aufsicht eines Spezialisten mit ihren größten Ängsten konfrontiert.

    Die Betroffenen würden demnach den Berührungen anderer ausgesetzt, um ihnen zu zeigen, dass bei dem Eintreten ihrer größten Angst nichts Schlimmes geschieht. Dadurch kann die Berührungsangst langsam verringert werden.

    Gesprächstherapie:

    Auch eine Gesprächstherapie kann helfen, tiefliegende Ängste, Sorgen oder unterdrückte Konflikte aufzuarbeiten, welche die Entstehung von Stress und Angststörungen begünstigt.

    Kognitive Verhaltenstherapie:

    Des Weiteren ist eine kognitive Verhaltenstherapie oft erfolgsbringend. Den Betroffenen werden alternative und gesündere Denk- sowie Handlungsmuster beigebracht, sodass sie bei dem zukünftigen Eintreten ihrer größten Angst nicht mit Vermeidungsstrategien und Angstzuständen reagieren, sondern ihre Furcht bewältigen können. 

    Traumatherapie:

    Wenn traumatische Erlebnisse zu der Angststörung geführt haben, wird eine Traumatherapie von einem Spezialisten durchgeführt. In vielen Fällen wurden z.B. durch tiergestützte Intervention erfolgversprechende Resultate erzielt.

    Dies ist ein Therapieverfahren, bei welchem Tiere eingebunden werden. Oftmals hilft es Betroffenen, zunächst durch Körperkontakt mit Tieren die Angst vor Berührungen abzubauen, bevor die Behandlung zu menschlichem Kontakt übergeht. 

    Hilfe finden und annehmen

    Leider ist es vielen Menschen nicht möglich, einen Experten aufzusuchen. Manche fürchten sich zu sehr davor, sich Fremden zu öffnen. Auch eine Angst vor neuen unbekannten Orten kann Angst vor dem Arztbesuch schüren.

    Des Weiteren leiden manche unter einer Arztphobie, sodass ihnen die starke Furcht vor dem Aufsuchen eines Experten dies unmöglich macht. Zudem bewirkt die Angst, sich von anderen berühren zu lassen, dass die Behandlung durch einen Arzt erschwert wird

    Es existieren allerdings viele weitere Angebote, die Betroffene in Anspruch nehmen können:

    Auf Seiten wie jameda können Ärzte bzw. Psychotherapeuten im näheren Umkreis gesucht werden.

    Übersicht:
      Add a header to begin generating the table of contents

      Beitrag gefallen? Jetzt teilen:

      Facebook
      Twitter
      LinkedIn
      WhatsApp
      Telegram
      Email
      beruehrung-angst-kontakt
      Für volle Größe anklicken

      Quellen:

      1. What Is Haphephobia and How Can You Manage Fear of Touch? | healthline.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

      Scroll to Top