Angst vor Insekten

Acarophobie überwinden - Tipps und Hilfe bei Angst vor Insekten

Bringt Sie alleine schon der Anblick von Insekten ins Schwitzen? Dann könnte es sein, dass Sie an einer sogenannten Acarophobie, einer irrationalen Angst vor Insekten, leiden. Die Angststörung zeigt sich durch Schweißausbrüche, Schwindel oder sogar Panikattacken wenn Betroffene in Kontakt mit Insekten geraten. 

Wir klären über die Auslöser, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Acarophobie auf. Außerdem geben wir hilfreiche Tipps wie man die Angst vor Insekten in leichten Fällen bereits überwinden kann. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Als Acarophobie bezeichnet man eine übersteigerte Angst vor Insekten aller Art, wie zum Bespiel Ameisen, Fliegen oder Bienen. Dabei können auch auch sehr kleine Insekten betroffen sein. Oft genügt bereits der Gedanke an Insekten, damit Betroffene ich bereits Unwohl fühlen. Beim direkten Kontakt kann es sogar zur Ohnmacht führen. 

    Die Betroffenen leiden an starken Angstgefühlen, wenn sie an Insekten denken oder wenn ihnen ein Tierchen über den Weg läuft, außerdem können körperliche Symptome wie erhöhten Puls, Schweißausbrüche oder Zittern auftreten.

    Sehr hilfreich kann eine therapeutische Behandlung wie zum Beispiel eine Expositionstherapie sein. Manche Betroffene werden aber auch medikamentös behandelt. In leichten Fällen genügen bereits hilfreiche Tipps um die Angstgefühle zu überwinden und einen besseren Umgang mit Insekten zu erlernen. 

    Merkmale einer Acarophobie

    Was zeichnet die Angst vor Insekten aus?

    Menschen, die an einer Acarophobie leiden, haben eine irrationale Angst vor Insekten. Schon alleine die Vorstellung, in der Nähe eines Tierchens zu sein, kann verschiedene mentale und physische Symptome hervorrufen.

    Außerdem machen die Betroffenen alles nur erdenklich Mögliche, um einem Insekt aus dem Weg zu gehen, das heißt, sie vermeiden Parkanlagen oder Waldgebiete bzw. Aktivitäten, bei denen sie einem kleinen Tierchen begegnen könnten.

    Zudem fürchten sich viele Betroffene davor, gebissen zu werden, sie haben Angst vor allergischen Reaktionen oder einer anderen Erkrankung, die durch ein Insekt ausgelöst werden könnte. Zudem gibt es auch Menschen, die Angst vor einem Befall oder einer Verseuchung durch Insekten haben.

    Ähnliche Phobien:

    Auslöser der Insektenangst

    Warum habe ich Angst vor Insekten?

    Es gibt verschiedene Gründe, warum es zum Entstehen einer Acarophobie kommt. Eine mögliche Ursache sind negative Erfahrungen bzw. ein traumatisches Erlebnis.

    So könnte man beispielsweise als Kind von einer Wespe gestochen worden oder am Morgen mit einem Insekt am Arm aufgewacht sein, was große Angst auslöste.

    Kinder können Ängste auch von den Eltern oder einem anderen Familienmitglied übernehmen. Bricht beispielsweise die Mutter in lautes Schreien aus, wenn sie eine Biene im Haus entdeckt, so signalisiert dieses Verhalten dem Kind, dass Bienen Tiere sind, vor denen man sich fürchten muss.

    Auch genetische Ursachen können beim Entstehen einer Angststörung bzw. einer Phobie eine Rolle spielen, vor allem dann, wenn ein Elternteil bereits an einer solchen leidet.

    Darüber hinaus können auch negative Berichte über Insekten oder persönliche Geschichten von Freunden und Bekannten zum Entstehen einer Phobie beitragen. Wenn man sich beispielsweise wiederholt Dokumentationen darüber ansieht, welche Krankheiten durch Insekten übertragen werden können, so kann das Ihre Angstgefühle noch weiter verstärken.

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    Anzeichen einer Insektenphobie

    Wie macht sich die Angst vor Insekten bemerkbar?

    Diese übersteigerte Angst verschlimmert sich, sobald sich ein Insekt in ihrer Nähe aufhält und die Betroffenen sind nicht in der Lage, diese Ängste zu kontrollieren, obwohl sie eigentlich unbegründet erscheinen. Häufig genügen hier bereits die Gedanken an Insekten. 

    Zudem können auch folgende körperlichen Symptome auftreten:

    Manche Betroffene neigen auch zu einem extremen Putzverhalten und sind ununterbrochen am Säubern ihrer Böden, Waschbecken oder anderer Einrichtungsgegenstände. Andere wiederum haben ständig ein Insektenschutzmittel parat, um gegen die Tiere gewappnet zu sein.

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    Angst vor Milben

    Eine verwandte Angst der Insektenphobie ist auch die Angst vor Milben

    Viele Menschen mit großer Angst vor Insekten haben auch eine übermäßige Angst vor Milben und Hausstaub. Konsequenz: Sie sind ständig am Putzen und Waschen. Dieses Verhalten kann die Lebensqualität beeinträchtigen, da es viel Zeit kostet. Bei der häufigen Anwendung von Reinigungsmitteln besteht zudem die Gefahr von empfindlichen Reaktionen – vor allem bei Kindern.

    Die Angst vor Milben führt in einigen Fällen dennoch zu einem übertriebenen Putzverhalten. Tatsächlich ist regelmäßiges Reinigen sinnvoll, um den Milbenkot zu entfernen.

    Schon wenig Hausstaub kann eine Menge Kotkügelchen enthalten, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Doch das Einatmen und manchmal schon die Berührung dieser Kügelchen löst bei Allergikern Symptome wie Schnupfen oder Bindehautentzündung aus.

    Tipps für die Reinigung

    Um Milben loszuwerden, empfehlen die Experten, das Raumklima zu kontrollieren. Bei 19 bis 21 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von höchstens 50 % verschlechtern sich die Bedingungen für die Schädlinge. Feuchtigkeitsspendende Zimmerpflanzen sind zu vermeiden.

    Vor allem Personen mit Milbenallergie sollten ihre Wohnung möglichst sauber halten. Für Bettwäsche, Schlafbekleidung und auch Kissen und Bettdecken empfiehlt sich die 60-Grad-Wäsche. Auch der Matratzenbezug braucht eine regelmäßige Reinigung.

    Für andere Bereiche im Haushalt gibt es spezielle Putzmittel gegen Staub und Milben. Außerdem stehen diverse Haushaltstipps zur Verfügung. Sie zeigen, wie empfindliche Menschen ohne zu großen Zeitaufwand ihre Wohnung reinigen können, ohne Angst vor allergischen Reaktionen zu haben.

    Tipps gegen Milben

    Wirksamer Milbenschutz

    Bei empfindlichen Personen können Milben unangenehme Symptome auslösen. 

    Typische Anzeichen sind:

    Einen kompletten Schutz vor Hausstaubmilben gibt es nicht. Die winzigen Tiere lassen sich nur zu einem gewissen Teil bekämpfen. Allergiker haben jedoch die Möglichkeit, mit verschiedenen Mitteln gegen die Schädlinge anzugehen.

    Sprays und ähnliche Produkte enthalten beispielsweise Mahalin, einen pflanzlichen Wirkstoff, der die Milben zeitweise vertreibt. So verringert sich die Anzahl der Hausstaubmilben und die allergischen Symptome nehmen ab.

    Angst vor Milben: Was tun?

    Wer nicht allergisch gegen Hausstaubmilben ist, braucht keine gesundheitlichen Einschränkungen zu befürchten. Für die meisten Menschen sind die kleinen Tierchen ungefährlich.

    Der Gedanke an die Milben ist trotzdem unangenehm. Daraus kann sich bei sensiblen und ängstlichen Personen ein Putzzwang oder eine Angststörung entwickeln.

    Die regelmäßige Reinigung ist sinnvoll, doch es ist nicht nötig und wenig hilfreich, es mit dem Putzen zu übertreiben. Eine entspannte Einstellung hilft gegen typisches Angst-Verhalten.

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    Angst vor stechenden Insekten

    Angst und Panik vor stechenden Insekten

    Insektenstiche und schmerzhafte Bisse sind unangenehm und verstärken die Angst vor Stechinsekten. Bei der Apiphobie handelt es sich um die Angst vor Bienen, außerdem gibt es die Spheksophobie (Angst vor Wespen). Oft erstreckt sich die Angst auch auf Mücken, Stechfliegen und andere stechende Insekten.

    Manchmal steht dabei nicht nur die Angst vor dem Stich und dem Schmerz in Vordergrund. Einige Menschen befürchten, dass die Insekten Krankheitserreger übertragen. Im Allgemeinen handelt es sich bei der Angst vor stechenden Insekten jedoch um einen natürlichen Schutzinstinkt und um die Angst vor Schmerzen.

    In Europa gibt es nur wenige Insekten, deren Stich gefährlich ist. Doch wer bereits gestochen wurde, reagiert nervös, wenn ein Summen ertönt. 

    Typische Anzeichen für die unkontrollierte Angst vor Insekten sind:

    Nicht nur Kinder, auch Erwachsene zeigen oft eine übersteigerte Angst vor Mücken. Schlechte Erfahrungen von entzündeten Stichen verschlimmern die Angstgefühle. Das Problem ist, dass manche Insekten – beispielsweise Mücken und Pferdefliegen – grundlos zustechen. Das ist der Unterschied zu Bienen und Wespen, die nur dann stechen, wenn sie sich auch bedroht fühlen.

    Tipps gegen Mücken

    Was hilft gegen Mücken und andere stechende Insekten?

    Viele stechende Insekten – vor allem Mücken – tauchen vermehrt bei einem feucht-warmen Klima auf. Einige Menschen werden besonders gepiesackt: Sie sind an den zahlreichen Mückenstichen an Armen und Beinen zu erkennen. Diese Stiche sind zwar ungefährlich, doch sie jucken und schmerzen.

    Wer sich vor den Störenfrieden schützen möchte, sollte sich darüber informieren, was Mücken anlockt und was sie vertreibt. Da die Stechinsekten Blut suchen, folgen sie dem menschlichen Geruch. Schweiß lockt sie an, außerdem orientieren sie sich an Parfümduft und Kohlendioxid (aus verbrauchter Atemluft).

    Gegen die Stechinsekten gibt es verschiedene Schutzmaßnahmen:

    Dazu kommen Alltagstipps: Um Schweißgeruch loszuwerden, hilft regelmäßiges Duschen. Das Licht erst einschalten, wenn die Fenster geschlossen sind. Lange Ärmel und Hosenbeine schützen bei Spaziergängen.

    Für das Kinderbett und den Kinderwagen stehen engmaschige Netze zur Verfügung: Babys und Kleinkinder brauchen einen besonderen Schutz, denn sie sind sehr empfindlich und können sich nicht wehren.

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    Tipps gegen Angst vor Insekten

    Hilfreiche Tipps gegen die Insektenphobie

    Eine Phobie zu überwinden braucht Zeit, ist aber nicht unmöglich. Im Falle einer Acarophobie sollten Sie sich daher sehr intensiv mit Insekten auseinandersetzen. Lesen Sie Bücher über das Verhalten der Tierchen und ihre Lebensweise und versuchen Sie auch, sich Bilder verschiedenster Insektenarten anzusehen.

    Vielleicht helfen Ihnen auch kurze Filme, die Ihnen zeigen, dass Insekten auch sehr nützliche Tiere sein können. Die Natur hat diese Tiere bestimmt nicht ohne Grund erschaffen. 

    Gehen Sie mit kleinen Schritten vorwärts und feiern Sie Ihre Erfolge. Wenn Sie beispielsweise nach einiger Zeit bemerken, dass Ihr Herz beim Anblick eines Insekts zwar zu rasen beginnt, sie aber keine Panikattacke mehr erleiden, gönnen Sie sich etwas Schönes, um sich dafür zu belohnen.

    Versuchen Sie auch, Ihre Glaubenssätze und Gedanken in Bezug auf Insekten zu identifizieren und sie ehrlich zu hinterfragen, um dadurch Ihre Perspektive und Ihre Angstreaktionen zu verändern.

    Verschiedenste Entspannungstechniken können dazu beitragen, Angstgefühle zu reduzieren. Dazu zählen beispielsweise Meditation, Yoga oder Atemübungen.

    Sehr hilfreich kann auch eine Selbsthilfegruppe sein, da sich hier Gleichgesinnte treffen, um sich über ihre Ängste und Erfahrungen auszutauschen.

    Hilfe finden

    Professionelle Therapie einer Insektenphobie

    Wenn Betroffene aufgrund ihrer Angst vor Insekten in ihrem Alltagsleben sehr stark eingeschränkt sind, so ist es empfehlenswert, sich therapeutische Hilfe zu suchen, wobei ihnen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl stehen:

    Im Zuge einer Expositionstherapie werden die Klienten schrittweise ihren Ängsten ausgesetzt, damit sich ihr Verhalten zum Positiven verändern kann. Meistens beginnt die Therapie damit, über die Angst vor Insekten zu sprechen, im Laufe der Zeit werden sie dann in einer kontrollierten Umgebung auch mit „lebenden“ Tierchen konfrontiert.

    Die Kognitive Verhaltenstherapie konzentriert sich auf die Glaubenssätze und Gedanken der Betroffenen und mit Hilfe des Therapeuten lernt man, diese zu beeinflussen und zu verändern. Oftmals wird die Kognitive Verhaltenstherapie auch mit der Expositionstherapie kombiniert, um auf diese Weise Kontrolle über seine Gefühle und Gedanken zu gewinnen.

    Je nachdem an welchen Symptomen die Betroffenen leiden, können auch Medikamente verordnet werden, um starke Angstgefühle zu reduzieren. Dazu zählen beispielsweise Benzodiazepine oder Beta-Blocker bzw. Antidepressiva. Diese sollten aber immer nur in Absprache mit dem behandelnden Therapeuten eingenommen werden, da Medikamente alleine eine Phobie nicht heilen können

    Hilfe finden und annehmen:

    Wer einen passenden Therapeuten gegen die Angst vor Insekten finden möchte, kann über Jameda einen geeigneten Psychologen ausfindig machen. Auf Rückfrage kann der Therapeut eventuell auch eine möglichst diskrete Online Beratung anbieten. 

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Entomophobia (Fear of Insects): Causes, Symptoms & Treatment – my.clevelandclinic.org

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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