Was ist Selfapy?

Die Selbsthilfe-App Selfapy soll mit einem Online-Kurs bei Depression als  Überbrückungshilfe dienen. Auf Selfapy kann Menschen mit psychischen Erkrankungen online geholfen werden.

Dank der Zulassung als „Digitale Gesundheitsanwendung“ kann Selfapy sogar auf Rezept verordnet werden. Aber was genau ist Selfapy? Wie hilft es bei psychischen Erkrankungen und ist es überhaupt seriös? Wir klären auf.

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    Selfapy erklärt

    Was genau ist Selfapy?

    Bei Selfapy handelt es sich um eine App, die anonym und flexibel Unterstützung in psychischen Belastungssituationen bietet. Die angebotenen Kurse dauern drei Monate und wurden von erfahrenen Psychologen und Psychologinnen entwickelt. Sie basieren auf Ansätzen der kognitiven Verhaltenstherapie.

    Alle Selfapy-Kurse sind in mehrere Lektionen aufgeteilt, die sich immer mit jeweils einem Thema beschäftigen (z. B. dem Umgang mit negativen Gedanken, der Erstellung einer positiven Tagesstruktur, Entspannungstechniken, Strategien zur Vorbeugung eines Rückfalls). 

    Um die Sicherheit der Patienten zu wahren, überwacht ein persönlicher Psychologe die Nutzung des Kurses. Bei Bedarf können Nutzer über die integrierte Nachrichtenfunktion auch Fragen zum Kurs und seiner Anwendung stellen. Mitunter ist – im Rahmen von einzelnen Selektivverträgen mit Krankenkassenpartnern – eine telefonische Beratung möglich. 

    Fragen und Antworten zu Selfapy:

    Selfapy ist eine App, die Menschen mit leichten bis mittelschweren psychischen Belastungen eine Online-Unterstützung bietet. Alle Online-Kurse von Selfapy sind ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt und erfüllen somit strenge Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen.

    Da die Online-Kurse von Selfapy eine effektive Hilfe bei psychischen Belastungen bieten, können sie auf Rezept verordnet werden und sind damit kostenfrei. Die Kostenübernahme erfolgt durch die gesetzliche Krankenkasse.

    Die Online-Kurse eignen sich für Betroffene von Depressionen, generalisierter Angststörung oder einer Panikstörung für die Zeit, in der sie auf einen Therapieplatz warten oder wenn in der Nähe kein Psychotherapeut vorhanden ist. Außerdem sind sie sinnvoll für Betroffene, die den Schritt in die Therapie aufgrund von Schamgefühlen oder Angst vor Stigmatisierung noch nicht wagen. Auch zur Nachsorge nach einer Therapie sowie zur Vorbeugung von Rückfällen sind die Selfapy-Kurse geeignet.

    Selfapy – Geschichte

    Bei der Selfapy GmbH handelt es sich um digitalmedizinisches Unternehmen, welche im Jahr 2016 von Nora Blum, Katrin Bermbach und Farina Schurzfeld in Berlin gegründet wurde. Das Unternehmen entwickelt digitale Gesundheitsanwendungen.

    Die erste dieser Anwendungen war im Jahr 2020 der digitale Online-Kurs für Menschen mit leichten bis mittelschweren Depressionen.

    Mittlerweile werden auch Online-Kurse für Menschen mit generalisierter Angststörung und Panikstörung angeboten.

    Die Vision von Selfapy

    Selfapy möchte Menschen mit psychischen Erkrankungen digital und flexibel unterstützen und den Zugang zu psychologischer Unterstützung für alle ermöglichen. Und zwar zu jeder Zeit und überall.

    Ziel ist es, das Versorgungslücken geschlossen werden und niemand mehr auf Hilfe warten muss, wenn er unter einer psychischen Erkrankung leidet.

    Mentale Gesundheit ist ein Thema, das alle betrifft. Für dieses Thema will Selfapy sensibilisieren und setzt sich deshalb auch für Entstigmatisierung ein.

    Zahlen und Daten zu Selfapy

    Seit mehr als 4 Jahren ist Selfapy nun am Markt. Allein in Deutschland leiden rund 18 Millionen Menschen unter psychischen Erkrankungen und viele von Ihnen bekommen nicht oder nicht rechtzeitig die Hilfe, die sie benötigen.

    Bei Selfapy arbeiten mehr als 100 Mitarbeiter daran, dass psychologische Hilfe für jeden zugänglich wird. Über 25 Psychologen arbeiten gemeinsam an den Produkten und stehen den Patienten mit Rat und Tat zur Seite.

    Was bietet Selfapy?

    Nutzen von Selfapy

    Selfapy richtet sich an Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren, die unter leichten bis mittelschweren Depressionen, generalisierter Angststörung oder Panikstörung leiden.

    Dabei ist es unerheblich, ob sich die Personen bereits in Therapie befinden oder noch auf einen Therapieplatz warten.

    Sogar nach erfolgreich abgeschlossener Therapie kann Selfapy zu einer unterstützenden Begleitung werden.

    Patienten sollten allerdings immer beachten, dass Selfapy keinen Facharzt für Psychiatrie ersetzt. Der Kurs ist daher nicht für Menschen geeignet, die sich in einer akuten Krise befinden.

    Wie hilft der Online Kurs?

    Die Online-Kurse von Selfapy basieren auf etablierten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Diese Form der Psychotherapie gilt als besonders wirksam, wenn es um die Behandlung von psychischen Problemen wie Depressionen, Angst- sowie Panikstörungen geht.

    In den Kursen kommen dabei folgende Methoden zum Einsatz:

    In der kognitiven Verhaltenstherapie wird davon ausgegangen, dass einmal Erlerntes auch wieder verlernt werden kann. Ziel der Online-Kurse von Selfapy ist es deshalb, Symptome zu verringern und das psychische und auch allgemeine Wohlbefinden wieder zu verbessern.

    Anwendungsbereiche

    Die Online-Kurse von Selfapy bestehen aus einzelnen Lektionen zu verschiedenen Themen

    Wie kann man Selfapy nutzen?

    Ob Selfapy geeignet ist, ist von der ärztlichen Diagnose abhängig. Dazu können Interessenten einen Termin bei einem der Partnerärzte vereinbaren.

    Sofern Selfapy in Frage kommt, erstellt der behandelnde Arzt einen Arztbrief mit einer Empfehlung zur Behandlung mit der App. Dieser Arztbrief wird dann bei der gesetzlichen Krankenkasse eingereicht und Patienten erhalten danach den Freischaltcode für Selfapy.

    Kosten für Selfapy

    Entsprechend der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) werden für das Arztgespräch und den Arztbrief 37,53 Euro berechnet.

    Diese Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Patienten, die privat versichert sind, sollten vorab mit ihrer Krankenkasse sprechen.

    Doch auch private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die App in der Regel.

    selfapy-erfahrungen

    Erfahrungen mit Selfapy

    Wie sehen die Erfahrungsberichte aus?

    Die aller meisten Anwender berichten über die App von Selfapy positives. Selfapy bietet demnach eine gute Unterstützung vor allem für diejenigen, die keinen Therapieplatz bekommen. Die App hilft dabei, den Alltag besser zu strukturieren und die eigenen Probleme zu verstehen.

    Es gibt aber auch vereinzelt negative Erfahrungen. Vor allem Patienten, die sich bereits im Vorfeld mit ihren Problemen auseinandergesetzt und vielleicht auch schon eine Therapie begonnen haben, lernen nur wenig Neues.

    Wirksamkeit durch Studie der Charité bestätigt

    Die Nutzermeinungen zu Selfapy sind unterschiedlich und zum Teil noch rar. Deshalb sollte auch erwähnt werden, dass zur sicheren Nutzung und Wirksamkeit von Selfapy mehrere Studien durchgeführt wurden.

    Erste Ergebnisse einer RCT-Studie (randomisierte kontrollierte Studie, hochwertigste Form einer klinischen Studie) der Charité Berlin mit 400 Probanden haben gezeigt, dass die Symptomatik bei Patienten mit Depressionen deutlich zurück ging. An der Universität Gießen und der Universität Heidelberg laufen weitere RCT-Studien.

    Keine Konkurrenz für niedergelassene Ärzte

    Selfapy sagt von sich selbst, dass es niedergelassenen Ärzten, Therapeuten und Psychologen keine Konkurrenz sein möchte. Vielmehr soll es als Unterstützung dienen, anstatt eine reguläre Therapie zu ersetzen.

    Die App dient als Unterstützung für Patienten, die den Schritt in die klassische Therapie noch nicht wagen und spricht sich für eine informierende Kommunikation mit Ärzten und Psychotherapeuten aus. Selfapy kann also auch für Patienten mit einer Arztphobie interessant sein. 

    Stiftung Warentest

    Stiftung Warentest hat die App von Selfapy – neben weiteren Online-Programmen – etwas genauer unter die Lupe genommen.

    Die App wurde als „eingeschränkt empfehlenswert“ eingestuft. Verglichen mit anderen Anbietern ist der therapeutische Nutzen laut Stiftung Warentest nur als „mittel“ zu bewerten.

    Kleinigkeit: Bei der Sicherheit gibt es Punktabzug, da nur kurze Passwörter verlangt werden.

    Allerdings wurden Kriterien wie Patientenzufriedenheit oder psychologische Begleitung von Stiftung Warentest nicht überprüft. Die Kritikpunkte von Stiftung Warentest wurden bereits erkannt, Lösungen erarbeitet. 

    Quellen:

    Bilder: Selfapy & Google

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