Nagelpilz

Aussehen, Auslöser und Tipps

Ein Nagelpilz kann sowohl Zehen als auch Finger betreffen. Die optisch unschöne Erkrankung ist meist harmlos, sorgt allerdings oft für Schamgefühle

Tipps und Hilfe gegen Nagelpilz gibt es zahlreiche, für jedes Stadium der Erkrankung gibt es den passenden Ansatz – ob Salbe, Nagellack oder Medikamente.

Wir erklären was zur Vorbeugung unternommen werden kann, wie man die Nagelpilz-Infektion wieder los wird und woran man ganz einfach einen Nagelpilz erkennen kann. Dabei stellen wir im Falle von einer Arztphobie auch Methoden ohne Arztbesuch vor. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Auf dem Markt sind mittlerweile viele Präparate gegen Nagelpilz erhältlich. Besonders wirksam sind Salben mit den Wirkstoffen Bifonazol und Harnstoff. Die genaue Abklärung und das Verschreiben von Medikamenten sollte allerdings immer ein Arzt vornehmen. Dies ist auch über das Internet mittels einer Online Videosprechstunde möglich. 

    Bei gesunden Menschen verursacht Nagelpilz in der Regel keine weiteren Beschwerden. Er verschwindet aber auch nicht von selbst. Im Endstadium kann der Nagel ausfallen oder das Nagelbett sehr stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei Menschen mit unterdrücktem Immunsystem besteht die Gefahr, dass sich die Pilzsporen über den Blutkreislauf im Körper verbreiten.

    Die Liste an vermeintlichen Hausmitteln gegen Nagelpilz ist lang. Sie reicht von Essig über Zahnpasta bis hin zu Eigenurin. Wissenschaftlich belegen lässt sich die Wirkung in keinem der Fälle. Die verwendeten Mittel dringen nicht weit genug in den Nagel ein, um tatsächlich die Pilzsporen angreifen zu können. In manchen Fällen können diese Mittel allerdings bereits helfen, ein Versuch ist es daher immer Wert. 

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    Nagelpilz Merkmale

    Was ist ein Nagelpilz?

    Unter der Bezeichnung „Nagelpilz“ versteht man eine Pilzinfektion der Zehen- und Fingernägel. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet „Onychomykose“ (griech.: Onycho = Nagel, Mykose = Pilzerkrankung).

    In den allermeisten Fällen sind Fadenpilze (Dermatophyten) die Auslöser. Alternativ können auch Hefe- oder Schimmelpilze die Ursache sein.

    Nagelpilz oder Fußpilz?

    Der Unterschied zwischen Nagel- und Fußpilz ist nicht besonders groß und bezieht sich hauptsächlich auf die betroffenen Körperstellen. Während der Nagelpilz eben rund um die Nägel zu finden ist, befällt der Fußpilz die Haut an den Füßen. Allerdings werden beide Leiden vom selben Erreger ausgelöst. Es ist also durchaus möglich, dass sich aus einem Nagelpilz ein Fußpilz entwickelt – oder umgekehrt.

    Fadenpilze ernähren sich hauptsächlich von Keratin. Und davon findet sich speziell in unseren Nägeln (aber auch in der Haut und den Haaren) besonders viel.

    Wärme und Feuchtigkeit sind der ideale Nährboden für Nagelpilz. Übertragen wird er deshalb meist in öffentlichen Nassbereichen wie Hallenbädern, Saunen, Duschen und Umkleidekabinen.

    Die Übertragung selbst erfolgt über die Haut, die Erreger können auf an sich abgestorbenen und abgestreiften Hautschuppen einige Tage und sogar Wochen überleben.

    Risikogruppen

    Gibt es Risikogruppen für Nagelpilz?

    Die Anfälligkeit für eine Nagelpilzinfektion nimmt mit dem Alter zu. 

    Verantwortlich dafür ist:

    Nagelpilz bei Diabetiker:

    Besonders anfällig für eine Nagelpilzinfektion sind außerdem Diabetiker. Auch sie leiden unter einem geschwächten Immunsystem und Durchblutungsstörungen.

    Letztere führen oft zu Störungen der Sensibilität, weshalb kleinere Verletzungen nicht bemerkt werden und so als Eintrittspforte für die Pilzerreger dienen können.

    Nagelpilz bei Sportler:

    Sport ist generell gesehen gut für unseren Körper, allerdings kommen Sportler in Gemeinschaftsduschen und Umkleidekabinen potenziell öfter mit dem Nagelpilzerreger in Kontakt.

    Dazu kommt eine verstärkte Schweißproduktion, welche in einem Sportschuh ein besonders gutes Klima für Nagelpilz entstehen lässt.

    Generell lässt sich festhalten, dass Durchblutungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen und ein – warum auch immer – geschwächtes Immunsystem eine Nagelpilzinfektion begünstigen.

    Aussehen

    Wie sieht sein Nagelpilz aus?

    Nagelpilz tritt deutlich häufiger an Fußnägeln als an Fingernägeln auf, da diese größeren Belastungen ausgesetzt sind (enge Schuhe, wenig Luft, wenig Licht, viel Bewegung und daher viel Reibung).

    Außerdem sehen wir uns Fingernägel über den Tag viel öfter sehen als unsere Zehennägel, deshalb bemerken wir Veränderungen an zweiteren seltener oder später. 

    Auf diese Nagelpilz-Anzeichen sollten Sie achten:

    Die ersten Anzeichen für Nagelpilz lassen sich übrigens am vorderen Nagelrand entdecken. Zumindest dann, wenn es sich um Fadenpilze handelt. Ist ein Hefepilz der Auslöser, beginnen die Verfärbungen eher am Nagelwall.

    Risiken & Gefahren

    Ist Nagelpilz gefährlich für den Körper?

    Nagelpilz stellt keine besonders große Bedrohung für den Körper dar.

    Zu lange sollten Sie einen Arztbesuch bei Verdacht allerdings auch nicht aufschieben. Denn: Eine Nagelpilzinfektion verschwindet nur in den seltensten Fällen von selbst und der Pilz kann sich im ungünstigen Fall auf andere Nägel bzw. andere Körperregionen ausweiten.

    Ungefährlich aber störend:

    Nagelpilz ist also für gesunde Menschen an sich nicht gefährlich, kann allerdings zu einer schmerzhaften und langwierigen Angelegenheit werden. Betroffene Finger oder Zehen sind bei besonders starker Ausformung in ihrer Funktion eingeschränkt.

    Dazu kommen leichte Schmerzen beim Gehen oder beim Greifen. Derartige Auswirkungen sind in der Regel aber nur bei Diabetikern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu beobachten. 

    Aber Achtung: Bei immunsupprimierten Patienten besteht außerdem die Gefahr, dass die Pilzsporen in den Blutkreislauf gelangen, so zu unterschiedlichen Organen transportiert werden und dort für Funktionsstörungen sorgen.

    Nagelpilz in der Schwangerschaft

    Einen besonderen Fall stellt eine Nagelpilzinfektion während der Schwangerschaft oder der Stillperiode dar. Von Selbstmedikation ist dringend abzuraten, da viele Medikamente Einfluss auf das Ungeborene haben oder in die Muttermilch übergehen können. Ihr Arzt weiß ganz genau, welche Präparate dahingehend unbedenklich sind.

    Arzt bei Nagelpilz

    Zu welchem Arzt mit Nagelpilz?

    Unwissen darüber, welcher Arzt für die Behandlung von Nagelpilz der richtige ist, kann ein kleines Hindernis darstellen. Der richtige Arzt bei Nagelpilz ist der Hautarzt.

    Der Hautarzt weiß genau, was zu tun ist und welche Schritte eingeleitet werden müssen. Viele Menschen scheuen davor zurück, mit ihren Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Vermeintliche Hygienefragen sind eben noch immer ein großes Tabuthema. Und eine Pilzinfektion klingt auf den ersten Blick „schmutzig“. Dabei ist dies bei Nagelpilz eine unzutreffende Verbindung. Oftmals stecken sich Menschen gerade an Orten an, die der Hygiene dienen – zum Beispiel in der Sauna oder ein Gemeinschaftsduschen.

    Ein Hautarzt ist an den Anblick von Pilzinfektionen gewöhnt. Was für Betroffene im ersten Moment unschön aussieht, ist für einen Experten absolute Routine. Eine vermeintliche moralische Verurteilung muss kein Patient fürchten. Scham vor dem Arztbesuch muss also nicht sein.

    Online Arzt bei Nagelpilz?

    Wollen Sie den Besuch einer Praxis vermeiden, besteht die Möglichkeit, eine Online-Sprechstunde abzuhalten. Bei vielen Problemen können Ärzte heutzutage problemlos eine Diagnose per Videoschaltung stellen. Das eventuell notwendige Rezept kann ebenfalls online ausgestellt werden.

    Die Medikamente können anschließend einfach in einer Apotheke der Wahl abgeholt werden. Alternativ kann man sich die Medikamente auch per Expressversand zuschicken lassen. 

    Behandlung & Dauer

    Nagelpilz: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Bei der Behandlung von Pilzerkrankungen kommt eine bestimmte Medikamentengruppe zum Einsatz: Die Antimyostatika. Deren Wirkstoffe töten die Pilze ab oder bremsen sie zumindest in ihrem Wachstum. 

    Je nach Stadium der Nagelpilz-Infektion gibt es zwei Möglichkeiten:

    Nur die äußeren Nagelschichten sind betroffen, zur Behandlung eignen sich deshalb Tinkturen oder ein spezieller Nagellack.

    Hat sich der Pilz bereits ausgebreitet, reichen Tinkturen und Lacke nicht aus, Tabletten kommen zum Einsatz. Ein Hautarzt bestimmt zunächst die Pilzkultur und wählt das entsprechend passende Mittel. Sind die Ergebnisse nicht eindeutig, verschreibt er ein Breitspektrum-Antimykotikum.

    Zwischen den einzelnen Nagelschichten befinden sich mit Luft gefüllte Hohlräume, in denen die Pilzsporen viele Monate und sogar Jahre überstehen können.

    Um diese zu erreichen, werden spezielle Salben auf den Nagel aufgetragen. Die lösen dank ihrer hohen Harnstoff- oder Kalium-jodatum-Konzentration die oberen Schichten ab und ermöglichen so das Erreichen der eingeschlossenen Pilzsporen.

    Wie lange dauert es bis Nagelpilz verschwunden ist?

    Eine Therapie gegen Nagelpilz ist eine langwierige Angelegenheit. Die äußerliche Anwendung dauert meist sechs, die innerliche Behandlung an die drei Monate.

    Die Behandlung von Nagelpilz ist also Langwierig , aber keinesfalls schmerzhaft oder unangenehm. Die Vorteile einer Therapie gegen Nagelpilz liegen klar auf der Hand, das Ergebnis bringt ein großes Maß an Lebensqualität zurück.

    Möchten Sie keine Arztpraxis aufsuchen, nutzen Sie doch eine der zahlreichen Möglichkeiten zur Online-Sprechstunde, ganz bequem von zu Hause aus.

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      Quellen:

      1. Nail fungus – Diagnosis and treatment – Mayo Clinic

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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