Angst vor Sodbrennen

Hilfe und Tipps gegen Sodbrennen und der Angst davor

Beim Sodbrennen fließt saurer Magensaft zurück in die Speiseröhre. Ausgelöst wird das Problem oft durch bestimmte Lebensmittel, aber auch andere Erkrankungen oder eine Schwangerschaft können Sodbrennen hervorrufen.

Wir klären über Ursachen, Symptome und Vorbeugung von Sodbrennen auf. Außerdem erklären wir woher die Angst vor möglichen Sodbrennen kommt und was man gegen diese Angstgefühle tun kann. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Sodbrennen lässt sich mit Hilfe von stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie trockenem Weißbrot, Zwieback, Bananen, Reiswaffeln oder Kartoffeln lindern, da durch die Stärke der Überschuss an Magensäure gebunden wird. Auch Natron (Backpulver) gilt als gutes Hausmittel. Magenschonende Getränke wie stilles Wasser oder ungesüßte Tees sowie Getränke mit wenig Säure sind ebenso hilfreich.

    Häufig wiederkehrendes Sodbrennen sollte unbedingt ernstgenommen werden. Bei Vorliegen einer Refluxerkrankung ist die Gefahr erhöht, dass Magensäfte die Speiseröhren-Schleimhaut dauerhaft schädigen. Die Folge sind Speiseröhren- oder Kehlkopfentzündungen.

    Sodbrennen gilt als bedenklich, wenn es über einen Zeitraum von mehr als einem Monat an ein bis zwei Tagen pro Woche auftritt. Der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten zufolge ist das Risiko, an einem schwer zu behandelnden und meist tödlich verlaufenden Speiseröhrenkrebs zu erkranken, bei schwerem Sodbrennen stark erhöht.

    sodbrennen

    Was ist Sodbrennen?

    Sodbrennen einfach und verständlich erklärt

    Sodbrennen äußert sich durch ein brennendes Gefühl, welches sich vom Oberbauch bis hin zu Hals erstrecken kann. Es entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre fließt (Reflux).

    Neben dem unangenehmen Brennen kommt es auch zu saurem Aufstoßen, was sich vorrangig nach den Mahlzeiten zeigt.

    In den meisten Fällen ist Sodbrennen harmlos und bietet keinen Grund zur Sorge. Das gilt vor allem dann, wenn es in einer stressigen Lebensphase oder während einer Schwangerschaft erstmalig auftritt.

    Nur wenn Sodbrennen häufig und über einen längeren Zeitraum vorkommt, ist ein Arztbesuch ratsam, da die aufsteigende Magensäure auf Dauer zu Schäden an der Schleimhaut der Speiseröhre führt. 

    Ursachen für Sodbrennen

    Warum kommt es zu Sodbrennen?

    Ist der Schließmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen gestört, entsteht Sodbrennen. Anders als der Magen ist die Speiseröhre nicht von einer Schleimhaut ausgekleidet. Sie verfügt über keine Schutzschicht, weshalb die aufsteigende Magensäure Schmerzen verursacht.

    Außerdem kann ein gereizter oder eingeklemmter Vagusnerv Sodbrennen verursachen. Dabei handelt es sich um den zehnten Gehirnnerv, der zwischen dem Hirnstamm im Kopf über den Hals und die Brust bis zum Bauchraum verläuft.

    Er fungiert als regulierende Schaltstelle zwischen Gehirn und Organen und hat auf verschiedene Körperfunktionen einen ausgleichenden und dämpfenden Einfluss. 

    Dazu kommt eine Vielzahl weiterer Ursachen:

    Sodbrennen ist ein Hauptsymptom der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Von dieser sind in westlichen Industrieländern Schätzungen zufolge etwa zehn bis 20 von 100 Menschen betroffen. Dabei leiden etwa 75 Prozent der Betroffenen unter Sodbrennen. Die Krankheit lässt sich auf eine Funktionsstörung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre zurückführen.

    Eine Schließmuskelschwäche zwischen Magen und Speiseröhre tritt häufig auch bei einer Schwangerschaft auf. Grund dafür sind meist hormonelle Veränderungen, die den schützenden Schließmuskel erschlaffen lassen. Die wachsende Gebärmutter übt zusätzlich Druck auf den Magen aus, wodurch der Schließmuskel noch leichter nachgibt und Magensaft in die Speiseröhre fließen kann.

    Bestimmte Ernährungsweisen sowie der Verzehr von Genussmitteln kann Sodbrennen verursachen. So bewirken beispielsweise Alkohol und auch Nikotin eine Erschlaffung der Muskulatur zwischen Speiseröhre und Magen. Durch Orangensaft oder scharfe Gewürze wird zudem die Speiseröhrenschleimhaut gereizt. Einige Speisen, Getränke und Genussmittel regen außerdem die Säureproduktion im Magen an. Hierzu gehören unter anderem fettige sowie saure, würzige und scharfe Speisen. Aber auch Schokolade und andere Süßigkeiten, Äpfel, Zitrusfrüchte, kohlensäurehaltige Getränke, schwarzer Tee und Kaffee erhöhen die Säureproduktion.

    Neben der Ernährung spielt mitunter auch der generelle Lebensstil eine Rolle bei der Entstehung von Sodbrennen. So sind Menschen mit Übergewicht häufiger betroffen. Auch hastiges Essen und Stress sind mögliche Auslöser.

    Bestimmte Krankheiten gelten ebenfalls als Auslöser für Sodbrennen. Dazu gehören Infektionen (z. B. mit Helicobacter pylori), Zwerchfellbruch, Speiseröhrendivertikel (Ausbuchtungen der Speiseröhrenwand), selten Magengeschwüre sowie Gallenblasen- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen oder Sklerodermie (Verhärtung von Haut und inneren Organen).

    Die Einnahme bestimmter Medikamente kann Sodbrennen auslösen oder verstärken. So sind vor allem einige Psychopharmaka mögliche Ursachen.

    Lassen sich keine krankhaften Veränderungen im Magen nachweisen, ist mitunter auch ein Reizmagen für das Sodbrennen verantwortlich. Ein Reizmagen entsteht meist aufgrund einer Einschränkung der Magenbeweglichkeit. Der Mageninhalt kann dann zurück in die Speiseröhre gelangen und somit Sodbrennen verursachen. 

    Symptome von Sodbrennen

    Symptome und Folgen von Sodbrennen

    Die typischen Anzeichen von Sodbrennen können bereits vom Namen abgeleitet werden. Eine Art „siedender“ Mageninhalt steigt in die Speiseröhre auf und verursacht brennende Schmerzen

    Dabei treten folgende Beschwerden auf:

    Bei einigen Betroffenen kommt es außerdem zu morgendlicher Heiserkeit, Räuspern sowie Husten. Dafür ist die Reizung der Stimmbänder und der Rachenschleimhaut durch aufsteigenden Magensaft verantwortlich.

    Wenn der Mageninhalt bis in den Mundraum steigt, entsteht unweigerlich ein unangenehmer Geschmack im Mund

    Folgen von Sodbrennen

    Gefahren von Sodbrennen und der Refluxkrankheit

    Gelegentlich auftretendes Sodbrennen ist meist harmlos. Bei häufigem Auftreten liegt aber möglicherweise die Refluxkrankheit vor, die sich zur sogenannten Refluxösophagitis entwickeln kann.

    Bei dieser Erkrankung kommt es aufgrund des häufigen Kontakts mit der Magensäure zu einer Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut. Bleibt eine Behandlung der Refluxösophagitis aus, kann daraus ein blutendes Schleimhautgeschwür entstehen.

    Die Entzündungsprozesse können zudem zu narbenähnlichen Verengungen der Speiseröhre führen, was den Transport des Speisebreis in den Magen behindert und Schluckprobleme verursacht.

    Auch der Barrett-Ösophagus ist eine mögliche Folge von wiederholtem Sodbrennen bei Refluxkrankheit. Hierbei zeigt sich bei den Zellen im unteren Drittel der Speiseröhre eine krankhafte Veränderung. Es handelt sich um eine Krebsvorstufe, aus der sich ein bösartiger Speiseröhrentumor entwickeln kann. 

    Tipps gegen Sodbrennen

    Vorbeugung von Sodbrennen

    So vielfältig wie die Ursachen für Sodbrennen sind, so zahlreich sind auch die möglichen Maßnahmen, die gegen Sodbrennen helfen oder direkt vorbeugen.

    Natron (Natriumhydrogencarbonat) gilt als beliebtes Hausmittel gegen Sodbrennen. Bereits geringe Mengen können die Magensäure neutralisieren und so Sodbrennen entgegenwirken.

    Dafür wird ein Teelöffel Backnatron in einem großen Glas stillem Wasser aufgelöst und langsam schluckweise getrunken.

    Natron ist allerdings keine Dauerlösung, da der Körper überschüssiges Natron verwertet und nicht wieder ausscheidet. Die Folge: Magenschmerzen und Durchfall.

    Es klingt ungewöhnlich, aber tatsächlich soll das Kauen von Kaugummi gegen Sodbrennen helfen. Durch das Kauen wird die Speichelproduktion angeregt. Da Speichel leicht basisch ist, kann er kleine Mengen Magensäure in der Speiseröhre neutralisieren. Außerdem verdünnt er die Säure und transportiert sie beim Schlucken wieder in den Magen.

    Meist verschaffen schon ein paar Schlucke Wasser Linderung bei Sodbrennen.

    Durch das Schlucken wird die Säure wieder zurück in den Magen befördert und gleichzeitig durch das Wasser verdünnt. Lauwarmes, stilles Wasser oder ein säurearmer Tee erweisen sich als besonders geeignet bei Sodbrennen. 

    Gerade in der Nacht wird Sodbrennen von Betroffenen als besonders lästig empfunden und ist mitunter auch schmerzhafter als am Tag. Um dennoch erholt ein- und durchschlafen zu können, ist eine erhöhte Position hilfreich.

    Sodbrennen ist häufig direkte Folge ungünstiger Ernährungsgewohnheiten. Neben dem „was“ gehört dazu auch die Art, wie gegessen wird. So befinden sich in Fertigprodukten meist deutlich mehr Zucker und Fett, was Sodbrennen begünstigen kann. Deshalb sollten fettige und frittierte Speisen gemieden werden.

    Das gleiche gilt für Schokolade, wenn bereits eine Neigung zu Sodbrennen besteht. Zudem erhöhen große Portionen das Risiko für Sodbrennen, besser sind mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt.

    Kaffee ist ein beliebtes Genussmittel, das nicht nur wach macht, sondern auch zu Sodbrennen führen kann. Entscheidend ist dabei meist die Trinkmenge, aber auch Röstung und Kaffeesorte spielen eine Rolle. Ein milderer Kaffee, von dem allgemein weniger getrunken wird, hilft meist schon bei der Vermeidung von Sodbrennen.

    Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten stehen als mögliche Ursachen für Sodbrennen im Verdacht. Betroffene, die nach dem Konsum von Alkohol oder nach dem Rauchen einer Zigarette mit dem typischen Brennen im Hals reagieren, sollten vorübergehend darauf verzichten. 

    Übergewicht, aber vor allem Fett am Bauch, kann durch den Druck auf den Magen zu Sodbrennen führen. Es ist deshalb ratsam, überflüssige Pfunde zu verlieren.

    Gerade im Bauchbereich kann zu enge Kleidung Druck auf den Magen ausüben und so Sodbrennen verursachen. Enge Hosenbunde oder ein Gürtel sind meist Ursache dafür. 

    Der Alltag vieler Menschen ist von Stress und Hektik geprägt. Sodbrennen kann eine Folge davon sein. Hier hilft bewusste Entspannung (z. B. Yoga, Meditation).

    Angst vor Sodbrennen

    Panik und Angst vor Sodbrennen
    Gut zu wissen

    Angst und Sodbrennen können in einem engen Zusammenhang miteinander stehen. So löst Angst mitunter Sodbrennen aus. Umgekehrt ist Sodbrennen für Betroffene so stressig, dass es bei ihnen Angst auslöst. Manchmal spielt auch die Angst vor der Angst eine Rolle.

    So zeigte eine Studie aus dem Jahr 2018 mit mehr als 19.000 Personen, dass Menschen mit Angstzuständen häufig auch unter GERD (gastroösophageale Refluxkrankheit) und entsprechenden Symptomen litten. (Quelle)
    Den Studienautoren zufolge gibt es dafür verschiedene Gründe:

    Warum verursacht Sodbrennen Angst?

    In der bereits erwähnten Studie wurde zudem festgestellt, dass GERD (gastroösophageale Refluxkrankheit) bei einigen Menschen Stress und Angst auslösen kann.

    Im Jahr 2019 stellten Forscher fest, dass bei Menschen, die aufgrund von GERD häufig Brustschmerzen hatten, das Risiko für Angstzustände und Depressionen erhöht ist. Grund dafür scheint zu sein, dass Brustschmerzen oft mit anderen ernsthaften Erkrankungen verbunden werden. Dadurch wird die Angst bei Auftreten dieses Symptoms zusätzlich verstärkt. (Quelle)

    Über Ängste sprechen

    Leiden Sie unter Angst vor Sodbrennen, können die Angstgefühle die Symptome von Sodbrennen sogar noch verstärken. Die Kombination aus Sodbrennen und der Angst davor ist für Betroffene meist frustrierend. Es ist deshalb ratsam, sich einem Therapeuten anzuvertrauen, um eine adäquate Behandlung zu erhalten.

    Bei Angstzuständen, die durch Sodbrennen oder der ständigen Angst davor, ausgelöst werden, können eine kognitive Verhaltenstherapie oder auch bestimmte Medikamente wie Antidepressiva hilfreich sein.

    Doch in erster Linie ist es wichtig über die Ängste zu sprechen. Hierfür können wir die Therapeutensuche auf Jameda empfehlen. Auf Rückfrage können einzelne Therapeuten eventuell auch ein Beratung über das Internet anbieten. Reine Online Psychologen können wir aktuell leider nicht empfehlen. 

    Online Psychologen:

    Aktuell können wir leider keine Online-Therapie empfehlen. Wir bemühen uns in Zukunft passende Angebote für eine therapeutische Online-Behandlung zur Verfügung zu stellen.

    Behandlung von Sodbrennen

    Professionelle Hilfe gegen Sodbrennen

    Helfen die genannten Tipps nicht gegen Sodbrennen und werden die Beschwerden immer häufiger, ist ärztliche Hilfe sinnvoll. Zur Behandlung von häufigem Sodbrennen werden meist Medikamente notwendig, die eine weitere Entzündung der Speiseröhre verhindern sollen.

    In einigen Fällen kann ein operativer Eingriff hilfreich sein. Als gängiges Operationsverfahren hat sich die Fundoplicatio erwiesen. Dabei wird der obere Teil des Magens in Form einer Manschette um die Speiseröhrenmündung gelegt und an dieser Stelle vernäht, was den Rückfluss erschwert.

    Wer unter ständigen Beschwerden von Sodbrennen leidet, sollte auf jeden Fall einen Arzt konsultieren. Schamgefühle oder Befürchtungen das man nicht ernst genommen werden könnte, sollten bei Seite gelegt werden, denn hinter dem Sodbrennen können durchaus ernsthafte Erkrankungen liegen, welche unbehandelt zu weiteren Problemen führen können. Es ist deshalb ratsam, sich einem Arzt anzuvertrauen, um eine adäquate Behandlung zu erhalten.

    Welcher Arzt bei Sodbrennen?

    Gastroenterologen bei Sodbrennen, Säurereflux und GERD

    Fachärzte für Sodbrennen sind die „Gastroenterologen“. Wer direkt zu solch einem Facharzt Kontakt aufnehmen möchte, kann sich über die Arztsuche auf Jameda nach einem passenden Arzt in der Umgebung umsehen. Auf dem Portal werden Ärzte nach Erfahrungsberichten beurteilt. 

    Online Hilfe bei Sodbrennen

    Wer sich davor scheut, kann auch eine Online-Sprechstunde in Anspruch nehmen und dort mit erfahrenen Medizinern über die Probleme mit dem Sodbrennen sprechen.

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Association Between Anxiety and Depression and Gastroesophageal Reflux Disease: Results From a Large Cross-sectional Study | pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
      2. Depression and Anxiety in Patients with Gastroesophageal Reflux Disorder With and Without Chest Pain | cureus.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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