Angst vor Migräne

Angst vor starken Kopfschmerzen und Migräne Attacken

Migräne äußert sich in Form von meist einseitigen starken Kopfschmerzen. Sogenannte Aura-Symptome (neurologische Symptome wie Sehstörungen) kündigen Migräneanfälle manchmal an.

Wir klären in verständlicher Sprache auf, welche Formen der Migräne es gibt, wie sie sich konkret äußert und was Sie Vorbeugend gegen großer Angst vor einer Migräne tun können.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Für Migräne kommen sehr unterschiedliche Auslöser infrage. Zu den typischen „Triggern“ gehören grelles Licht, starker Lärm sowie hormonelle Schwankungen, Wettereinflüsse, Übermüdung oder auch Stress.

    Migräne gehört zu den chronischen Erkrankungen und ist nicht heilbar. Mittlerweile gibt es aber gute Behandlungsmöglichkeiten, die dazu beitragen, dass die Lebensqualität Betroffener kaum noch eingeschränkt ist.

    Menschen mit einer großen Angst vor Migräne können diese mithilfe vor allem von Entspannungsübungen bewältigen. Typische Entspannungsverfahren sind Yoga, Meditation oder autogenes Training. Auch Gespräche mit Psychologen und vorbeugende Maßnahmen könnten die Angst vor einer Migräneattacke reduzieren.

    Migräne einfach erklärt

    Was ist Migräne?

    Bei Migräne handelt es sich um eine Kopfschmerzerkrankung, die mit starken Schmerzattacken in unregelmäßigen Abständen einhergeht. In der Regel tritt der Schmerz dabei einseitig auf und fühlt sich pulsierend, bohrend oder hämmernd an. Zudem verstärkt er sich bei Anstrengung.

    Migräne gehört zu den sogenannten Volkskrankheiten und tritt vorrangig zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf. Aber auch Schulkinder können bereits an Migräne leiden, in der Regel tritt sie aber erst nach der Pubertät auf. Für einige Formen gibt es eine genetische Veranlagung.

    Häufig verläuft Migräne episodisch mit einzelnen Schmerzattacken, schmerzfreie Tage überwiegen aber. Verändert sich aber das Verhältnis und die Migränetage überwiegen, sprechen Mediziner von einer chronischen Migräne.

    Migräne ohne Aura

    Migräne ohne Aura ist die häufigste Migräneform. Überfallsartig auftretende, einseitige, pulsierende Kopfschmerzen von mittlerer bis starker Intensität sind dafür typisch. Körperliche Routineaktivitäten (z. B. Gehen, Treppensteigen) verstärken die Schmerzen, die zwischen vier und 72 Stunden anhalten. Typische Begleiterscheinungen sind Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit.

    Migräne mit Aura

    Deutlich seltener als Migräne ohne Aura tritt Migräne mit Aura auf. In der Medizin werden neurologische Symptome, die der Kopfschmerzphase vorausgehen oder mit ihr zusammen auftreten (z. B. Sehstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen) als „Aura“ bezeichnet. Manchmal bleibt der begleitende oder nachfolgende Migränekopfschmerz auch aus und es zeigt sich nur die Migräne Aura.

    Chronische Migräne

    Zeigen sich über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten an mindestens 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen und treten dabei an mindestens acht Tagen typische Merkmale von Migränekopfschmerz auf, spricht die Medizin von chronischer Migräne.

    Symptome bei Migräne

    Wie macht sich Migräne bemerkbar?

    Migräne lässt sich in vier verschiedene Stadien mit unterschiedlichen Symptomen einteilen. Diese treten von Patient zu Patient in unterschiedlicher Intensität auf, mitunter wird auch nicht jede Phase durchlaufen. Die vier Migräne-Phasen sind:

    Vorphase (Prodromalphase)

    Bereits einige Stunden bis zwei Tage vor der Migräne zeigen sich erste Anzeichen wie Stimmungsschwankungen und -veränderungen, Appetitlosigkeit oder Heißhunger, vermehrtes Gähnen, Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, Polyurie (gesteigertes Wasserlassen) und Polydipsie (gesteigertes Durstgefühl).

    Aura-Phase

    Geht der Kopfschmerzphase eine Aura-Phase voraus oder treten Aura-Symptome gleichzeitig auf, dann zeigen sich die bereits genannten visuellen und sensorischen Symptome. Auch Sprachprobleme sowie Hirnstamm-Symptome (z. B. Ohrgeräusche) sind möglich.

    Kopfschmerzphase

    Die Kopfschmerzphase erstreckt sich über einige Stunden bis zu drei Tage und kann sich von Anfall zu Anfall verändern. Typisch ist immer der bereits genannte einseitige starke Kopfschmerz, der abrupt und in unterschiedlichen Kopfregionen (meist hinter der Stirn, an den Schläfen oder hinter den Augen) auftritt und ein pulsierendes, hämmerndes oder bohrendes Gefühl hinterlässt. Die Intensität nimmt im Laufe der Phase langsam zu.

    Rückbildungsphase

    Die Symptome klingen in der Rückbildungsphase allmählich ab, Betroffene fühlen sich aber häufig müde, erschöpft und reizbar. Nach der Migräneattacke können Konzentrationsstörungen, Schwäche sowie Appetitlosigkeit noch für einige Stunden anhalten.

    Ursachen für Migräne

    Wieso bekommt man Migräne?

    Bislang sind die genauen Ursachen und die zugrunde liegenden Mechanismen einer Migräne noch nicht vollständig geklärt. Mediziner vermuten allerdings eine genetische Veranlagung. Hinzu kommen verschiedene innere und äußere Faktoren („Trigger“).

    Im Allgemeinen scheint der Migräne Medizinern zufolge eine polygenetische Veränderung zugrunde zu liegen. Bestimmte Veränderungen in mehreren Genen erhöhen das Risiko für Migräne.

    Einige Gene sind dabei an der Regulierung neurologischer Schaltungen im Gehirn beteiligt. Andere Gene wiederum werden vermutlich durch oxidativen Stress geschädigt.

    Bislang konnte aber nicht geklärt werden, über welche biologischen Mechanismen die Genveränderungen Migräne begünstigen.

    Auslöser und Trigger für Migräne

    Bekannte Auslöser für Migräneanfälle

    Bei entsprechender genetischer Veranlagung können bestimmte Auslöser zu Migräneanfällen führen. 

    Stress

    Ein häufiger Auslöser von Migräne ist Stress im privaten oder beruflichen Bereich. Auch Überforderung ist ein möglicher Auslöser.

    Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus

    Ein veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus verursacht im Körper Stressreaktionen, die wiederum Migräne auslösen. Vor allem Schichtarbeiter und Fernreisende sind davon betroffen.

    Reizüberflutung

    Arbeit im Homeoffice, gleichzeitige Kinderbetreuung, ein nebenbei laufender Fernseher und zwischendurch muss noch Essen gekocht werden – die zahlreichen Eindrücke zur gleichen Zeit können vom Gehirn mitunter nicht mehr getrennt werden. Es kommt zu Stress und Überforderung und in der Folge zu Migräne.

    Wetter/Wetterumschwung

    Zwar gibt es kein „Migräne-Wetter“, einige Menschen reagieren aber auf schwül-warme Gewitterluft, starken Sturm, sehr helles Licht an wolkenlosen Tagen oder Föhn mit Migräneattacken. Aber auch Kälte sowie Klimaveränderungen aufgrund einer Reise können Migräne begünstigen.

    Bestimmte Lebens- sowie Genussmittel

    Einige Menschen reagieren auf bestimmte Lebensmittel (z. B. Zitrusfrüchte, Käse, Schokolade) oder Genussmittel (Rotwein, Nikotin) mit Migräne. Die genauen Auslöser hierfür sind bislang nicht geklärt.

    Hormonelle Veränderungen

    Geschlechtshormone beeinflussen Migräne-Anfälle mitunter deutlich. Im Kindesalter sind Jungen und Mädchen meist noch gleich häufig von Migräne betroffen, mit der Pubertät verschiebt sich dieses Verhältnis und Frauen leiden deutlich häufiger als Männer unter Migräne.

    Tipps gegen Migräne

    Selbsthilfe zur Vorbeugung von Migräne

    Um die Symptome einer akuten Migräneattacke zu lindern, können verschiedene Hausmittel und verhaltenstherapeutische Maßnahmen helfen. 

    Diese eignen sich auch zur Vorbeugung von Migräneanfällen:

    Ablenkung kann bis zu einem gewissen Schmerzlevel helfen. Dadurch sinkt die Aktivierung in den schmerzassoziierten Gehirnarealen und es werden weniger Reize wahrgenommen. Als klassische Ablenkungen gelten Schlafen, Musik hören, Gespräche führen, Lesen, Fernsehen schauen oder andere Hobbys.

    Vor allem bei Spannungskopfschmerz, aber auch bei leichter bis mittelschwerer Migräne kann Bewegung helfen. Dabei ist aber keine körperlich starke Belastung gemeint, sondern eher ein leichter Spaziergang.

    Schmerzen führen häufig zu Verspannungen. Dadurch wiederum werden die Schmerzen mitunter verstärkt. Entspannungsübungen (z. B. Meditation, Yoga) können helfen, einen akuten Anfall abzumildern. Eine heiße Dusche oder ein warmes Bad dienen ebenfalls der Entspannung. Auch als Vorbeugung erweisen sich Entspannungs- und auch Atemübungen als sinnvoll. 

    Verschiedenen Hausmitteln wird nachgesagt, sie können Migräne lindern. Dazu gehören unter anderem hochdosiertes Ingwerkonzentrat, Koffein oder auch Kohlenhydrate. Koffein sollte dabei allerdings nur bedingt eingesetzt werden, da es den Blutdruck ansteigen lässt und unter Umständen auch zu einer Verschlimmerung führen kann.

    Bei akuten Migräneanfällen gilt auch Kälte als gutes Hausmittel. Kühlpads oder in kaltes Wasser getränkte Waschlappen sind dafür geeignet.

    Ätherische Öle (z. B. Pfefferminz, Lavendel, Eukalyptus, Zitrone) helfen vielen Migräne-Betroffenen. Das Öl wird dabei auf die Schläfen, die Stirn, den Nacken oder die Füße aufgetragen bzw. dort einmassiert.

    Dehnungs- und Lockerungsübungen sowie Akupressur oder auch sogenannte Triggerpunkttherapien (Druck durch Finger auf schmerzhafte, sensible oder verhärtete Bereiche der Muskeln) helfen meist bei muskulären Verspannungen im Bereich des Nackens. Auch Spannungskopfschmerzen und leichte Migräne lassen sich damit abmildern. Vor allem vorbeugend sind diese Maßnahmen sinnvoll, da Migräne Verspannungen auslösen kann, die wiederum zu Migräne führen.

    Der Rückzug in ein ruhiges, abgedunkeltes Zimmer, weniger Reizüberflutung und Entspannung sind eine generell eine wichtige Behandlungsmaßnahme bei Migräne. Wenn möglich, ist auch Schlaf sinnvoll.

    Flüssigkeitsmangel begünstigt Kopfschmerzen. Deshalb sollte bereits bei den ersten Anzeichen einer Migräneattacke ausreichend getrunken werden. Besser ist es natürlich, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen und immer auf eine ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten. Im Akutfall sind kalte Getränke mit Kohlensäure hilfreich.

    Vorbeugende Maßnahmen gegen Migräne

    Werden sie konsequent angewendet, können bestimmte vorbeugende Maßnahmen die Anzahl und meist auch Intensität der Migräneanfälle deutlich verringern.

    Zur Vorbeugung von Migräne hilft:

    Angst vor Migräne

    Hilfe gegen Angst vor einer Migräneattacke

    Aktuellen Daten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft zufolge leiden etwa 18,3 Prozent der Frauen und 12,6 Prozent der Männer unter Spannungskopfschmerzen. Von Migräne sind etwa 13,1 Prozent der Frauen und 3,9 Prozent der Männer betroffen. (Quelle)

    Die meisten Anfälle werden durch bestimmte Trigger wie Stress oder die aktuelle Wetterlage ausgelöst. Auch Lärm sowie bestimmte Lebensmittel sind mögliche Ursachen.

    Für Betroffene sind diese Faktoren mit negativen Gedanken belastet. Daraus wiederum können Ängste und Depressionen entstehen. Dabei stehen diese genauso wie Stress häufig im engen Zusammenhang mit Migräne.

    Ängste sorgen für Verspannungen, Verspannungen für Kopfschmerzen. Es entsteht ein Teufelskreis, denn die Angst vor der nächsten Migräneattacke wirkt ebenfalls wie ein Trigger und begünstigt damit weitere Anfälle.

    Entspannungsübungen und die Vermeidung von Stress sind erste Ansatzpunkte zur Bewältigung der Angst vor Migräne.

    Über Migräneangst sprechen

    Offene Kommunikation über die Ängste
    Über Migräne sprechen

    Bei ständiger Angst vor dem nächsten Migräneanfall kann aber auch eine Therapie hilfreich sein. Häufig hilft schon eine kognitive Verhaltenstherapie, um das negative Gedankenmuster rund um den Kopfschmerz zu durchbrechen und so Angst und Stress abzubauen.

    Wer unter einer Erwartungsangst (Angst vor der Angst) leidet, kann sich auch in eine drohende Migräneattacke hereinstiegen. Dies könnte verhindert werden, in dem offene Gespräche geführt werden. Gemeinsam mit einem Therapeuten lassen sich somit unbegründete Ängste erforschen, verstehen und Verhaltensweise umprogrammieren. 

    Über die Ärzte und Therapeutensuche auf Jameda, lassen sich geeignete Ansprechpartner in der Umgebung finden. Auf Rückfrage können die Psychologen sehr wahrscheinlich auch eine Online Beratung anbieten. Aktuell können wir keine Online Psychologen empfehlen. 

    Mit Therapeuten sprechen:

    Behandlung von Migräne

    Hilfe gegen ständige Migräne

    Migräne ist nicht heilbar, dennoch lassen sich mit der richtigen Behandlung Häufigkeit sowie Intensität der Attacken teils deutlich reduzieren.

    Schaffen die genannten Selbsthilfemaßnahmen keine Linderung, kommen im Akutfall Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure (ASS) zum Einsatz.

    Schwere Migräneattacken werden in der Akuttherapie mit Triptanen behandelt, unter Umständen auch in Kombination mit den klassischen Schmerzmitteln. 

    Treten zusätzlich weitere Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen auf, kommen zudem Antiemetika zum Einsatz. 

    Viele dieser Medikamente sind rezeptfrei in einer Apotheke erhältlich. Manche sin allerdings verschreibungspflichtig und können nur mit einem Rezept erworben werden. 

    Online Sprechstunde bei Migräne:

    Bei zu wenig Zeit oder zu großer Angst vor dem Arzt aber auch eine Online Sprechstunde genutzt werden. Bekannte Anbieter für eine Online Sprechstunde sind z.B. Zavamed oder Teleclinic. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Keine Angst vor Kopfschmerzen | migraeneliga.de
      2. Cephalalgiaphobia as a feature of high-frequency migraine | ncbi.nlm.nih.gov

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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