Angst vor Hämorrhoiden

Tipps und Hilfe bei Hämorrhoiden + Tipps zur Vorbeugung

Hämorrhoiden – oder genauer gesagt Hämorrhoidalleiden – zählen zu den klassischen Tabuthemen. Niemand spricht gern darüber, dabei sind sehr viele Menschen davon betroffen.

Hämorrhoidalleiden können in vier unterschiedlichen Graden auftreten. Betroffene können allerdings viel dafür tun, Ihr persönliches Risiko für Hämorrhoiden zu senken. Wir klären über die unangenehme Krankheit auf, geben Tipps zur Vorbeugung, Linderung und erklären die bekanntesten Behandlungsmöglichkeiten

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Das erste Symptom für Hämorrhoiden ist meist helles (arterielles) Blut. (Dunkelrotes, venöses Blut ist womöglich ein Anzeichen für eine andere Erkrankung.) Bei einem fortgeschrittenen Krankheitsbild gesellen sich Juckreiz und Afterbrennen dazu. Betroffene berichten auch immer wieder von fühlbaren Auswölbungen im Analbereich, von wunder Haut, einem unangenehmen Nässen sowie einem Fremdkörpergefühl.

    Hämorrhoiden sind Ausstülpungen eines Gewebepolsters im Analbereich. Die können etwa durch starkes Pressen beim Stuhlgang auftreten, also sind jene Menschen besonders anfällig, die unter chronischer Verstopfung leiden. Häufig treten Sie auch während der Schwangerschaft, bei übergewichtigen Personen oder bei jenen auf, die viel Zeit im Sitzen verbringen müssen. Das Risiko für Hämorrhoidenbildung wird durch eine angeborene Schwäche der Blutgefäßwände übrigens erhöht.

    Hämorrhoiden sind zwar unangenehm, grundsätzlich aber nicht gefährlich. Je früher sie entdeckt werden, desto wahrscheinlich ist ein Behandlungserfolg. Suchen Sie deshalb möglichst rasch einen Arzt auf, wenn Sie die Vermutung haben, an Hämorrhoiden zu leiden. Die zeitnahe Untersuchung hilft auch dabei, das Auftreten möglicher Komplikationen zu verhindern. Alternativ können bestimmte Medikamente auch über das Internet via Online Sprechstunde verschrieben werden.

    Was sind Hämorrhoiden

    Hämorrhoiden einfach erklärt

    Hämorrhoiden sind Bestandteil eines jeden normalen, menschlichen Körpers. Denn die Hämorrhoiden sind gemeinsam mit dem Schließmuskel für die Abdichtung des Afters zuständig.

    Die überdurchschnittlich gut durchbluteten Gefäßpolster weisen in gesundem Zustand eine schwammartige Konsistenz auf und sind am Ausgang des Enddarms zu finden.

    Das Vorhandensein von Hämorrhoiden ist also nicht – wie die umgangssprachliche Verwendung des Wortes vermuten lässt – problematisch. Ganz im Gegenteil.

    Kritisch wäre es, würden Sie über keine Hämorrhoiden verfügen. Was umgangssprachlich mit dem Begriff „Hämorrhoiden“ gemeint ist, ist die Vergrößerung dieser Gefäßpolster.

    Hämorrhoiden Beschwerden

    Symptome und Anzeichen von Hämorrhoidenleiden

    Ein Hämorrhoidalleiden macht sich durch Juckreiz, Schmerzen und Brennen am After bemerkbar. Zurückzuführen sind die Symptome auf eine Vergrößerung der Gefäßpolster. Um eine wirklich gezielte Behandlung in die Wege leiten zu können, ist es wichtig, den Schweregrad zu bestimmen.

    Die Skala der Hämorrhoiden reicht dabei von 1 bis 4:

    Ursachen von Hämorrhoiden

    Gründe für ein Hämorrhoidenleiden

    Eine einzige klare Ursache für das Entstehen vergrößerter Hämorrhoiden gibt es nicht. In den meisten Fällen spielen mehrere Faktoren zusammen, die sich auch noch untereinander verstärken.

    Verstopfung

    Wer oft unter Verstopfung leidet, muss beim Stuhlgang stark pressen. Der Druck im Unterleib führt dann dazu, dass sich die Gefäßpolster erweitern bzw. nach außen stülpen.

    Durchfall

    Auch Durchfall ist ein Risikofaktor. Allerdings spielt hier nicht der Druck im Unterleib eine große Rolle, sondern das ausbleibende Training der Schließfunktion der Hämorrhoiden. Deshalb ist auch die übermäßige Verwendung von Abführmitteln problematisch.

    Bewegungsmangel

    Eine Tätigkeit im Sitzen, wenig Bewegung, Übergewicht – Probleme, die oftmals in Kombination auftreten und das Entstehen von vergrößerten Hämorrhoiden begünstigen.

    Erbliche Faktoren

    Schwache Gefäßwände zählen zu den Hauptursachen. Die werden üblicherweise vererbt.

    Schwangerschaft

    Während einer Schwangerschaft wird das Bindegewebe weicher. Dazu kommt der steigende Druck auf den Darmbereich durch das immer schwerer werdende Kind.

    Was tun bei Hämorrhoiden

    Was kann man gegen Hämorrhoidenleiden tun?

    Der wichtigste Punkt zuerst: Nicht schämen! Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Gerne darüber sprechen möchte aber niemand, liegen die Gefäßpolster doch in einem eher delikaten Bereich, dessen Thematisierung gesellschaftlich stigmatisiert ist.

    Viele haben deshalb Hemmungen, sich an einen Facharzt zu wenden oder einfach in der Apotheke nach einer rezeptfreien Salbe zu fragen. Die Hämorrhoiden selbst zu entfernen ist im übrigen keine gute Idee. 

    Dabei ist die Bandbreite an möglichen Therapien durchaus groß. Egal unter welchem Schweregrad Sie leiden, egal ob Sie lieber pharmazeutische Hilfe in Anspruch nehmen möchten oder sogar einen operativen Eingriff bevorzugen – es gibt auf jeden Fall die passende Möglichkeit, um zu helfen.

    Wer sich für einen Arztbesuch bei Hämorrhoiden zu sehr schämt, kann Ärzte auch möglichst anonym über das Internet konsultieren.

    Möglichkeiten für Angehörige

    Sollten Sie bemerken, dass ein Ihnen nahestehender Mensch längere Zeit unter Hämorrhoiden leidet, überreden Sie ihn unbedingt zu einem Arztbesuch. Vergrößerte Hämorrhoiden selbst sind zwar harmlos, unter Umständen steckt aber etwas anderes hinter den Beschwerden. Blut im Stuhl könnte zum Beispiel ein Anzeichen für Darmkrebs sein.

    Welcher Arzt bei Hämorrhoiden

    Welcher Arzt hilft bei Hämorrhoiden?

    Einen pauschalen Hämorrhoiden-Experten gibt es tatsächlich nicht. Welchen Arzt Sie aufsuchen sollten, hängt vom Schweregrad des Hämorrhoidalleidens ab. 

    Infrage kommen:
    Online Videosprechstunden

    Alternativ lassen sich bestimmte Creme's und Medikamente gegen Hämorrhoiden auch über eine Online Sprechstunde mit Ärzten verschreiben. Hilfreich sind dafür auch Fotodiagnosen. Damit ist das Thema für manche Patienten vielleicht noch immer unangenehm, allerdings verringert es das Schamgefühl um einiges. Auch die schnelle Terminvergabe ist über das Internet ein Vorteil.

    Was macht der Arzt bei Hämorrhoiden?

    Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch macht sich Ihr Hausarzt selbst ein Bild von der Lage. Er tastet Afterbereich und Analkanal mit dem Finger ab. Schmerzhaft ist dieser Vorgang dabei keineswegs, aber er verschafft Ihnen Klarheit und ist ein erster Schritt hin zu einer signifikanten Verbesserung der Lage.

    Überweist er Sie zu einem Spezialisten, wird dieser eine Analkanalspiegelung (Proktoskopie) oder eine Enddarmspiegelung (Rektoskopie) vornehmen. Dabei führt er ein kleines Rohr mit einer Kamera an der Spitze in den Enddarm ein. 

    In manchen Fällen muss auch eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt werden. Sie dient der Abklärung von Darmkrebs und wird meist dann angeordnet, wenn dunkles Blut im Stuhl zu finden ist.

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    Hausmittel gegen Hämorrhoiden

    Hämorrhoiden vorbeugen: Hausmittel verwenden

    Wie für fast jedes andere Leiden hält das alte Buch der Hausmittel auch bei vergrößerten Hämorrhoiden einige Hilfsmittel parat.

    Sitzbäder

    Besonders wichtig sind bei Sitzbädern die enthaltenen Gerbstoffe. Diese bekämpfen nicht nur direkt die Entzündung, sondern dämpfen gleichzeitig auch den Juckreiz. Achten Sie darauf, dass in der Wanne genug Wasser vorhanden ist, um Gesäß und Hüften zu bedecken. Gönnen Sie sich mehrmals täglich ein 10- bis 30-minütiges Bad.

    Kokosöl mit Lavendel- und Teebaumöl

    Lavendel- und Teebaumöl sind ebenfalls bekannt für eine lindernde Wirkung bei Entzündungen im Allgemeinen und Hämorrhoidalbeschwerden im Speziellen. Sie können sich ganz einfach selbst eine entsprechende Tinktur herstellen, indem Sie je fünf Tropfen der ätherischen Öle vermengen und dies dann mit drei Esslöffeln flüssigen Kokosöl vermischen. Die Ölmischung können Sie dann mit einem angefeuchteten Wattepad auf die betroffenen Stellen auftragen. Zuvor müssen Sie allerdings die Region warm abspülen und trocknen. Eine deutliche Linderung der Beschwerden sollte sich nach einigen Stunden einstellen.

    Hausmittel dienen der Vorbeugung. Selbst entfernen sollte man Hämorrhoiden nicht.

    Medikamente gegen Hämorrhoiden

    Hämorrhoiden Salben und Cremes: Was hilft?

    In Ihrer Apotheke sind heute zahlreiche Mittel zur medikamentösen Behandlung von Hämorrhoidalleiden erhältlich. Diese wirken entweder entzündungshemmend oder nehmen dank örtlicher Betäubung den Juckreiz. Die Folge ist eine deutliche Linderung der Beschwerden.

    Es lohnt sich also auf jeden Fall, die eigene Scham zu überwinden und sich die passenden Medikamente zu besorgen. Notfalls lassen sich die Medikamente auch über das Internet verschreiben und bestellen.

    Entzündungshemmend

    Wundsalben oder Zinksalben sind sehr beliebt beim Auftreten vergrößerter Hämorrhoiden. Zudem gibt es viele pflanzliche Alternativen (Zaubernuss, Aloe Vera etc.). In schweren Fällen kann Ihr Arzt auch kortisonhaltige Salben verschreiben. Die ist auch über das Internet möglich.

    Örtliche Betäubung

    Derartige Medikamente lindern akute Beschwerden. Patienten sind dadurch weniger verleitet, sich an entzündeten Stellen zu kratzen, der Heilungsprozess wird beschleunigt. Beliebt sind etwa Lidocain, Cinchocain oder Benzocain.

    Ob entzündungshemmend oder betäubend: Die Medikamente werden direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Üblicherweise ist ein passender Applikator im Lieferumfang enthalten. Außerdem sind sogenannte Analtampons erhältlich, welche ihren Wirkstoff direkt im Analkanal abgeben.

    Beliebte Alternative: Eine Kompresse als Einlage, die mit der Salbe bestrichen wurde. In jedem Fall tritt eine sofortige und meist lange anhaltende Linderung der Beschwerden ein. So können Sie Ihre Situation schon mit wenig Aufwand deutlich verbessern.

    Medikamente gegen Hämorrhoiden über das Internet?

    Die Medikamente lassen sich meist auch über eine Online Diagnose verschreiben. Anbieter wie Zavamed bieten eine Online Videosprechstunde oder auch einen Online Fragebogen bei Hämorrhoiden Beschwerden an. Die Medikamente können entweder in einer Apotheke abgeholt oder per Express zugeschickt werden.

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    Ambulante Hilfe bei Hämorrhoiden

    Ambulante Eingriffe bei Hämorrhoiden

    Helfen Medikamente und Hausmitteln nicht bzw. nicht genug, besteht die Möglichkeit, die vergrößerten Hämorrhoiden mit einem ambulanten Eingriff zu behandeln. 

    Abschnüren

    Die einzelnen Hämorrhoiden werden angesaugt und mit einem Gummiband abgeschnürt. Die Blutzufuhr stoppt, das Gewebe stirbt ab. Die sogenannte „Gummibandligatur“ oder „Hämorrhoiden-Ligatur“ kommt besonders bei Hämorrhoiden 2. oder 3. Grades zum Einsatz.

    Veröden

    Durch die Injektion einer verödenden Substanz (z. B. Zinkchlorid) kommt die Blutversorgung der Hämorrhoiden zum Erliegen, das vergrößerte Gewebe bildet sich wieder zurück, es wird fester.

    Vereisen

    Dabei kommt Lachgas oder flüssiger Stickstoff zum Einsatz. Ziel wäre auch hier die Unterbindung der Blutversorgung.

    Operationen bei Hämorrhoiden

    Operative Eingriffe bei Hämorrhoiden

    Sollten weder Medikamente noch Hausmittel oder ambulante Eingriffe helfen, besteht immer noch die Möglichkeit, Hämorrhoiden operativ zu entfernen. Bei der Hämorrhoidektomie werden die Gefäßpolster komplett – mit einer Schere, einem Skalpell oder einem Laser – herausgeschnitten.

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    Hämorrhoiden vorbeugen

    Hämorrhoiden verhindern: Vorbeugung und Tipps

    Hämorrhoiden lassen sich heute gut behandeln. Die Beschwerden werden gelindert, die Probleme klingen rasch wieder ab. Noch angenehmer ist es aber, wenn diese Probleme gar nicht erst entstehen.

    Durch die richtige Verhaltensweise im Alltag haben Sie die Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit für ein Hämorrhoidalleiden drastisch zu senken. 

    Ernährung

    Ziel der Ernährung gegen Hämorrhoiden ist es, der Darmträgheit vorzubeugen. Ernähren Sie sich deshalb bei einer normalen westlichen Ernährung besonders ballaststoffreich (Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte). Dies soll zu festen Stuhlgang verhindern. 

    Zu empfehlen sind in der Hinsicht auch Weizenkleie, Leinsamen oder Flohsamen (1 Esslöffel pro Tag, dazu ein Glas Wasser).

    Meiden sollten Sie stopfende Lebensmittel (Kakao, pürierte Banane, Bitterschokolade) oder Nahrungsmittel, welche die Schleimhaut reizen (scharf gewürzt, Kaffee). 

    Hygiene

    Säubern Sie die Analbereich nach dem Stuhlgang mit klarem, warmem Wasser und weichem Toilettenpapier. Seifen und Feuchttücher sind eher suboptimal (Gefahr einer Allergieentwicklung).

    Toilettengang

    Tatsächlich hat auch die richtige Sitzhaltung beim Toilettengang Auswirkungen auf die Gesundheit unseres Enddarms. Idealerweise nehmen Sie dabei die sogenannte Hocksitzhaltung ein.

    Der Unterschied zur normalen Sitzhaltung: Der Winkel zwischen Oberschenkel und Oberkörper ist viel spitzer. Die Position ist praktisch mit jener ident, die wir beim Stuhlgang in freier Wildbahn einnehmen würden.

    Der große Vorteil: Der Beckenboden ist deutlich entspannter, die Entleerung des Darms fällt leichter, Sie müssen weniger pressen -> Geringeres Risiko für das Hervortreten der Hämorrhoiden. Mithilfe eines kleinen Schemels oder eines Stapels Bücher als Ablage für die Füße lässt sich diese Haltung auf dem WC ganz einfach imitieren.

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    Hilfe bei Hämorrhoiden

    Hilfe bei Hämorrhoiden annehmen

    Sollten Tipps nicht ausreichend sollte die Behandlung von Hämorrhoiden nicht aus Schamgründen verzögert werden. Das Leiden kann sich verschlimmern und die Heilung dauert möglicherweise noch länger

    Hilfe gibt es sowohl bei örtlichen Ärzten welche über die Jameda Arztsuche ausfindig gemacht werden können, als auch über das Internet wo sowohl ein Fragebogen als auch eine Foto Diagnose hilfreich sind. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Hemorrhoids – Diagnosis and treatment – Mayo Clinic
      2. 6 self-help tips for hemorrhoid flare-ups – Harvard Health

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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