Angst vor Sterilisation

Ablauf einer Sterilisation + Ängste überwinden

Die Angst vor einer Sterilisation ist für viele Männer und Frauen ein belastendes Thema. Die Angst vor Schmerzen, einer endgültigen Entscheidung oder einer Beeinträchtigung des Sexuallebens sind nur drei mögliche Gründe dafür. Wir klären auf, welche Risiken tatsächlich bestehen und wie Sie die Angst vor der Sterilisation überwinden können.

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Bei einer Sterilisation handelt es sich um eine Unfruchtbarmachung. Frauen ist es danach nicht mehr möglich, ein Kind zu gebären. Bei Männern bezeichnet man eine Sterilisation als Vasektomie. Diese sorgt dafür, dass der Mann keine Kinder mehr zeugen kann. Es handelt sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen um einen endgültigen Eingriff, der vor allem bei Frauen nur in sehr wenigen Fällen rückgängig gemacht werden kann

    Sterilisation bei Frauen: Bei der Sterilisation der Frauen werden die Eileiter verschlossen. Sie sind dann nicht mehr durchgängig, sodass Eizellen die Gebärmutter nicht mehr erreichen können. Sie werden durch die Schleimhäute in die Bauchhöhle abgegeben, wo sie einfach abgebaut werden. Dafür können die Eileiter beispielsweise verödet oder mit einem Clip abgeklemmt werden.

    Sterilisation bei Männern: Bei einer Vasektomie werden beide Samenleiter im Hodensack durchtrennt. Sie werden anschließend in verschiedene Gewebeschichten verlegt – das verhindert, dass sie wieder zusammenwachsen können.

    Eine Sterilisation ist für Menschen sinnvoll, die keine Kinder bekommen möchten. Wer sich schon länger mit dem Thema beschäftigt und sich der Entscheidung sicher ist, profitiert von einer Sterilisation. Sie kann die Angst und den Druck nehmen, unerwünscht schwanger zu werden bzw. ein Kind zu zeugen. Das führt zu einem entspannteren Sexualleben und sorgt für klare Verhältnisse

    Woher kommt die Angst vor einer Sterilisation?

    Eine Sterilisation ist für Menschen mit einer abgeschlossenen Familienplanung oder dem Wunsch, keine Kinder zu bekommen, ein wichtiger Schritt. Oftmals ist dieser mit großen Ängsten verbunden, obwohl eine Sterilisation Betroffenen viel Druck abnehmen kann. 

    So kann es sein, dass bereits der Gang zu einem ersten Beratungsgespräch eine so große Angst auslöst, dass der Eingriff immer weiter verschoben und schlussendlich nicht durchgeführt wird. Diese Angst kann die verschiedensten Ursachen haben und sich ohne eine Behandlung immer weiter aufbauen. 

    Schamgefühl

    Scham ist der Auslöser für viele Ängste. Eine Sterilisation ist für viele Menschen ein sensibles Thema, über das sie nicht sprechen möchten. In unserer Gesellschaft sind Unfruchtbarmachungen ein Tabu-Thema, über das nur selten gesprochen oder berichtet wird. 

    Wer eine Sterilisation durchführen lassen möchte, kann somit das Gefühl haben, gesellschaftlich nicht akzeptiert zu werden. Viele Menschen haben einen Kinderwunsch und können es mitunter nicht verstehen, wenn sich jemand bewusst gegen das Kinderkriegen entscheidet. Die Angst, ausgestoßen oder kritisiert zu werden, entsteht. 

    Hinzu kommt, dass Betroffene sich schämen, einem Arzt gegenüber über ihre Gefühle und die Beweggründe für die Sterilisation zu sprechen. Hinzu kommt, dass mit dem Eingriff Untersuchungen verbunden sind, die ebenfalls mit Scham verbunden sein können.

    Die Angst, sensible Körperstellen einem Arzt gegenüber zu zeigen, kann ebenfalls ein Auslöser für die Angst vor einer Sterilisation sein. 

    Angst vor den Schmerzen

    Bei einer Sterilisation handelt es sich um einen operativen Eingriff. Dieser ist mitunter auch mit Schmerzen verbunden. Bei Frauen wird der Eingriff durch eine Bauchspiegelung durchgeführt.

    Dafür werden kleine Endoskope in die Bauchhöhle eingeführt – es ist also kein großer Schnitt erforderlich. Deshalb sind die Schmerzen nach einer Sterilisation dank dieses schonenden Verfahrens nicht besonders groß

    Ähnlich verhält es sich mit einer Vasektomie: Unmittelbar nach dem Eingriff können leichte Schmerzen im Bereich der Hoden auftreten. Diese klingen aber nach wenigen Tagen ab. 

    Wer Angst vor den Schmerzen hat, die mit der Operation verbunden sind, sollte sich an seinen Arzt wenden und das Thema offen ansprechen. Oftmals reicht es schon, ein leichtes Schmerzmittel einzunehmen. 

    Sterilisation – Angst vor endgültiger endgültiger Entscheidung

    Sowohl bei einer Sterilisation als auch bei einer Vasektomie handelt es sich um endgültige Eingriffe. Sie rückgängig zu machen und die Fruchtbarkeit wiederherzustellen, ist nur in sehr wenigen Fällen möglich – es ist also damit zu rechnen, dass die Entscheidung nicht rückgängig gemacht werden kann.

    Das macht vielen Menschen zu Recht Angst. Gerade junge Menschen könnten ihre Meinung im Laufe ihres Lebens noch ändern und den Eingriff möglicherweise bereuen. Was dabei hilft, ist eine gründliche Überlegung. Die Entscheidung für eine Sterilisation sollte nicht überstürzt werden. 

    Es handelt sich vielmehr um einen mentalen Prozess, der sich über Monate und Jahre hinziehen kann. Dabei kann es helfen, sich mit einem Arzt oder Therapeuten zu besprechen, der Erfahrung auf dem Gebiet hat. 

    Wichtig ist, dass sich niemand dazu gedrängt fühlen sollte, eine Sterilisation durchführen zu lassen – beispielsweise. weil der Partner oder die Partnerin keine Kinder möchte. Es ist ebenfalls ratsam, die Entscheidung nicht nach einem aufwühlenden Ereignis wie einer vermuteten ungeplanten Schwangerschaft oder einer Fehlgeburt zu treffen. 

    Angst vor Folgen für das Sexualleben

    Auch die Angst von ungewünschten Folgen für das Sexualleben kann dazu führen, dass eine Sterilisation nicht durchgeführt wird. Der Eingriff hat in den meisten Fällen aber gar keine Auswirkungen auf das Sexualleben. Bei Frauen kommt es zu keiner Beeinträchtigung des Hormonsystems. Das Lustempfinden ist also weiterhin da und nimmt durch eine Sterilisation nicht ab.

    Bei Männern verhält es sich ähnlich: Eine Vasektomie beeinträchtigt das Sexualleben nicht. Der Orgasmus und auch die ausgestoßene Flüssigkeitsmenge werden durch die Sterilisation nicht beeinflusst. 

    Oftmals ist sogar das Gegenteil der Fall: Eine Sterilisation kann das Sexualleben sogar verbessern. Wer keine Kinder möchte, kann den Geschlechtsverkehr genießen und muss sich dabei keine Gedanken über das Zeugen eines Kindes machen.

    Schützt eine Sterilisation auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten?

    Eine Sterilisation schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Verhütung bleibt somit weiterhin ein wichtiges Thema, das auch nach einer Sterilisation oder einer Vasektomie gewissenhaft behandelt werden sollte.

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    Welche Folgen kann es haben, die Behandlung zu vermeiden?

    Wer keine Kinder bekommen möchte und eine Sterilisation nicht durchführen lässt, lebt häufig in ständiger Angst. Denn trotz einer gewissenhaften Verhütung kann es zu einer Schwangerschaft kommen. Diese Angst kann sich im Laufe der Zeit immer weiter aufbauen.

    Auf Dauer kann das zu einer großen psychischen Belastung werden. Ist der Wunsch nach einer Sterilisation da, tragen Betroffene oftmals eine große Last mit sich. Sie stehen dauerhaft unter Druck und hadern mit sich, ob eine Sterilisation nicht doch der richtige Weg wäre. 

    Sie beeinflusst dann auch das Sexualleben. Denn Betroffene haben ständig den Gedanken im Hinterkopf, dass doch ein Kind gezeugt werden könnte. Es gibt viele Gründe dafür, wieso ein Mensch keine Kinder bekommen möchte. 

    Stecken hier traumatische Ereignisse aus der eigenen Kindheit dahinter, kann es eine große Belastung sein, möglicherweise ein Kind zu bekommen oder zu zeugen. In schweren Fällen kann sogar eine komplette Ablehnung von Geschlechtsverkehr die Folge sein.

    Eine Sterilisation würde dazu beitragen, diese Ängste zu überwinden. Sie haben dann die Sicherheit, unfruchtbar zu sein. Häufig führt das zu einem entspannteren Allgemeinbefinden und auch zu einer Verbesserung des Sexuallebens. 

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    Was passiert bei einer Sterilisation

    Bei Angst vor einer Sterilisation kann es helfen, sich mit dem Ablauf eines solchen Eingriffs vertraut zu machen. Es handelt sich um eine Operation, die mit Vorgesprächen und Voruntersuchungen verbunden ist. Sterilisationen sind in Deutschland keine Seltenheit und nur mit wenigen Risiken verbunden. 

    Vorgespräch und Untersuchungen

    Bevor eine Sterilisation durchgeführt wird, stehen Vorgespräche mit dem behandelnden Arzt an. Dieser klärt über mögliche Risiken auf und erläutert, was bei dem Eingriff genau gemacht wird und wie sich dieser auswirken wird. 

    Dass eine Sterilisation eine endgültige Entscheidung ist, spielt dabei auch eine große Rolle. Gerade jüngere Menschen im gebärfähigen Alter werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Entscheidung gründlich überdacht werden sollte. In diesem Zusammenhang können auch erste Untersuchungen durchgeführt werden.

    Solche Vorgespräche dienen auch dazu, Ängste zu äußern und offene Fragen zu klären. Sie haben also die Möglichkeit, sich Ihrem Arzt anzuvertrauen und über Ihre Gefühle zu sprechen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Ihre Angst vor der Sterilisation zu lindern.

    Operativer Eingriff

    Nach einer gründlichen Vorbesprechung wird der Eingriff durchgeführt. Sowohl eine Sterilisation als auch eine Vasektomie werden in der Regel in Vollnarkose durchgeführt. Ob die Operation ambulant oder stationär erfolgt, kann sich von Fall zu Fall entscheiden.

    Es gibt verschiedene Methoden, die bei einer Sterilisation zum Einsatz kommen. Davon hängt es auch ab, wie lange der Eingriff dauert. In den meisten Fällen handelt es sich aber um eine kurze Operation, die circa 30 Minuten dauert. 

    Nachbehandlung

    Auf eine Sterilisation folgen eine Nachbehandlung und eine Nachkontrolle. Dazu gehört beispielsweise die Wundkontrolle. Da bei einer Sterilisation keine großen Wunden entstehen, ist nicht mit großen Schwierigkeiten bei der Heilung zu rechnen. 

    Nach einer Vasektomie gibt es die Möglichkeit, die Anzahl der Spermien im Ejakulat zu bestimmen. Daraus lässt sich schließen, ob der Eingriff erfolgreich war. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Männer erst einige Wochen nach der Operation unfruchtbar sind. Der Grund dafür ist, dass sich noch Spermien in den oberen Abschnitten der Samenleiter befinden. 

    Hilfe suchen bei Angst vor Sterilisation

    Die Angst vor einer Sterilisation ist bei vielen Menschen ein Thema. Sei es die allgemeine Angst vor der Operation, den Folgen für das Sexualleben oder die Befürchtung, die Entscheidung zu bereuen. Was Ihnen dabei hilft, diese Ängste besser zu verstehen, ist beispielsweise das Gespräch mit einem Facharzt oder einem Therapeuten.

    In diesem geschützten Rahmen können Sie über das Vorhaben einer Sterilisation sprechen, ohne dafür verurteilt zu werden oder sich rechtfertigen zu müssen. Das hilft Ihnen, einen klaren Blick auf die Situation zu erhalten und Ihre Ängste zu bekämpfen. 

    Sind Sie auf der Suche nach einem Therapeuten in Ihrer Nähe, dann können Sie dafür unsere umfassende Datenbank nutzen. Diese wird in Kürze fertig sein und Ihnen voll zur Verfügung stehen. In der Zwischenzeit können Sie auch auf die Plattform von jameda zurückgreifen. 

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Married Men and Vasectomy: A Focused Group Study in an Urban Community in Ghana | doi.org
      2. Birth Control: Vasectomy (Male Sterilization) | www.healthline.com

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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