Angst vor der Prostata-Untersuchung

Der Ruf: Beängstigend und Schambehaftet

Auch wenn es für viele Männer unangenehm sein mag, ist es wichtig die Prostatauntersuchung ab einem gewissen Alter durchführen. Wir klären darüber auf, ab welchem Alter und warum diese Untersuchung so wichtig ist. Außerdem geben wir wertvolle Tipps wie die Angst vor der Prostatauntersuchung überwunden werden kann. 

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Bei der Prostatauntersuchung wird die männliche Vorsteherdrüse in der Regel abgetastet, um Veränderungen, Wucherungen oder Verhärtungen feststellen zu können. Die Drüse ist walnussförmig, rund 4 Zentimeter groß und ist direkt unter der Harnblase zu finden. Sie umschließt außerdem die Harnröhre. 

    Die Prostata gehört zu den empfindlichsten Organen im männlichen Körper. Im alter vor 50 treten entsprechenden Beschwerden zwar so gut wie nie auf, mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit allerdings rasant. Deshalb sollten Männer ab 45 Jahren jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Die Untersuchung wird durchgeführt, um abzuklären, ob eine der drei typischen Prostatauntersuchungen vorliegt: Vergrößerung, Entzündung, Krebs.

    Die Prostatauntersuchung ist in zwei Hauptabschnitte unterteilt. Das Vorgespräch und die Untersuchung selbst.

    Im Rahmen des Gesprächs muss ein detaillierter Fragebogen ausgefüllt werden. Der Arzt erkundigt sich beim Patienten nach dessen Libido, familiärer Vorbelastungen sowie etwaigen Problemen beim Wasserlassen und Ejakulieren. 

    Danach folgt die eigentliche Untersuchung. Bei der rektalen Einführung überprüft der Arzt mit dem Finger die Beschaffenheit der Prostata. Diese Untersuchung dauert nicht länger als 30 Sekunden. Falls notwendig, wird zur genaueren Diagnose eine transrektale Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Keine Sorge, dies ist tatsächlich nur selten der Fall. 

    Warum haben Männer Angst vor einer Prostatauntersuchung?

    Die Angst vor einer Prostatauntersuchung kann mehrere unterschiedliche Ursachen haben.

    So ist eine derartige Abtastung meist mit Schamgefühl behaftet, oftmals herrscht auch die Angst vor Schmerzen vor. Zudem erhält niemand gerne schlechte Nachrichten – und nur wer sich untersuchen lässt, kann auch zum Adressaten entsprechender News werden. 

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    H_Ko | shutterstock.com

    Schamgefühl

    Gerade was den rektalen Bereich und den der Geschlechtsteile angeht, ist der Schamfaktor besonders hoch, handelt es sich dabei doch um höchst Privates. Bei manchen Männern herrscht grundsätzlich eine  Scham davor, sich anderen Menschen nackt zu zeigen. 

    Dass es im Zuge einer Prostatauntersuchung zu Erektionen und Samenergüssen kommen kann, dämpft die Angst nicht gerade. Beides ist aber absolut normal, auch wenn es nicht häufig erfolgt. 

    Schmerzen

    Die Angst vor rektale Untersuchungen geht meist mit einer Angst vor Schmerzen einher. Vieles davon baut sich über Hörensagen auf. In Wahrheit geht die Untersuchung nicht mit bewusst ausgeführten Schmerzen hervor. Je entspannter aber der Patient während der Untersuchung ist, desto weniger schmerzhaft ist sie. Außerdem wird stets Gleitgel für die Anwendung verwendet. 

    Ergebnisangst

    Der Gang zum Arzt – insbesondere zum Urologen – ist für Männer oft mit der Angst vor einer schlechten Diagnose verbunden. Da spiele Befürchtungen vor der Einschränkung der Männlichkeit bei Erektionsstörungen bis hin zur Diagnose „Prostatakrebs“ mit ein. Eine gewisse Grundangst ist vollkommen normal, sollte aber nie so stark werden, dass der Arztbesuch deswegen ausfällt.

    Welche Folgen kann die Vermeidung haben?

    Eine Vermeidung der Prostatauntersuchung zur Vorsorge, muss nichts schlimmes bedeuten, kann aber eine frühzeitige Erkennung von eventuellen Problemen verhindern. 

    Zudem kann es in manchen Fällen selbst bei bereits bestehenden Prostatabeschwerden andauern, ehe sich Betroffene zu einem Arztbesuch aufraffen können. Mit dem Hinauszögern einer notwendigen Untersuchung geht aber ein erhöhtes Risiko einher.

    Sollte in Ihrem Körper wirklich etwas nicht stimmen, ist es wichtig, ehest möglich dagegen zu steuern. Das gelingt nur, wenn die Problematik früh erkannt wird

    Welche sind die häufigsten Prostataerkrankungen?

    Urologen unterscheiden die Prostata betreffend zwischen drei Krankheitsbildern. Während eines höchstens unangenehm ist und ein zweites medikamentös gut behandelt werden kann, ist das Dritte meist ein Schock für die Betroffenen.

    Prostatavergrößerung

    Die häufigste Erkrankung der Prostata. Eine gutartige Wucherung vergrößert das Organ.

    Dadurch können beim Wasserlassen Probleme auftreten. Die Ursache konnte bisher nicht endgültig geklärt werden. Veränderungen im Hormonhaushalt und die Genetik spielen aber auf jeden Fall eine nicht unwichtige Rolle. Die Prostatavergrößerung wird wie gesagt durch ein gutartiges Gewächs hervorgerufen, mit Prostatakrebs hat sich nichts zu tun.

    Prostataentzündung

    In Fachkreisen als Prostatitis bekannt, wird sie durch Bakterien (meist aus dem Darm) ausgelöst. Die gelangen über die Harnröhre in das Organ. Neben der akuten und chronischen Prostatitis gibt es auch andere Varianten. Das chronische Beckenschmerzsyndrom (CBBS) – auch abakterielle Prostatitis genannt – und eine asymptomatische entzündliche Prostatitis. 

    Prostatakrebs

    Wie bei der Vergrößerung liegen auch die Ursachen für den Prostatakrebs weiterhin bis zu einem gewissen Grad im Dunkeln. Prädispositive Faktoren wie die genetische Veranlagung dürften beim Entstehen ebenso eine Rolle spielen wie das Alter, Ernährungsgewohnheiten oder Alkohol- und Nikotinkonsum. Der Prostatakrebs entwickelt sich zunächst unbemerkt.

    Erste auftretende Symptome können vermehrter (nächtlicher) Harndrang, unterbrochener oder schwacher Harnfluss, Schmerzen beim Ejakulieren sowie Blut in Urin oder Samenflüssigkeit sein.

    Ablauf einer Prostatauntersuchung

    Die Furcht vor dem Unbekannten spielt sicherlich auch eine große Rolle bei der Beantwortung der Frage, warum sich viele Männer vor einer Prostatauntersuchung zieren.

    Wer sich bereits einmal in dieser Situation befunden hat, der weiß, was auf ihn zukommt. Und der weiß, dass es üblicherweise nicht so schlimm ist, wie er sich das im Vorfeld ausgemalt hat.

    Eine detaillierte Beschreibung des Ablaufs soll auch jenen Männern die Angst nehmen, welche bisher noch keine Prostatauntersuchung durchführen haben lassen.

    Vorgespräch und Untersuchung

    Grundsätzlich lässt sich die Untersuchung in zwei Abschnitte unterteilen: Das Vorgespräch und die Prostatauntersuchung selbst. Für beide Komponenten gibt es weitere Unterpunkte, die der behandelte Arzt sorgfältig und einfühlsam abarbeitet.

    Das Vorgespräch beinhaltet das Ausfüllen eines Fragebogens, ein Gespräch über Wasserlassen und Ejakulation sowie eines über Ihre allgemeine Libido. 

    Fragebogen

    Meist noch auszufüllen, bevor Sie den Behandlungsraum überhaupt betreten. Damit wird versucht, den allgemeinen Gesundheitszustand so gut wie möglich zu erfassen. So kann vorab das Risiko für eine mögliche Prostataerkrankung gut abgeschätzt werden. Sind Sie sich bei einigen Fragen unsicher, ist das auch kein Problem. In diesem Fall hilft Ihr Arzt Ihnen gerne bei der Beantwortung.

    Fragen zur Ejakulation & Wasserlassen

    Das Befinden während Wasserlassen und Ejakulation ist diagnostisch ein wichtiger Punkt. Denn daraus kann der Arzt eventuell schon Rückschlüsse auf den Zustand Ihrer Prostata ziehen. Dabei werden Fragen zur Urinmenge ebenso gestellt wie zur Beschaffenheit des Ejakulats.

    Auch Vorerkrankungen werden abgefragt. Genetische Faktoren können die Neigung zu Prostatabeschwerden und -erkrankungen verstärken. Treten etwa Nierensteine oder Blasenentzündungen häufiger auf, ist das ein Alarmsignal. Von der Häufigkeit dieser Beschwerden im familiären Umfeld kann der Arzt auf Ihr individuelles Risiko schließen.

    Fragen zur Libido

    Die Lust auf Sex und die Häufigkeit der Samenergüsse innerhalb eines vordefinierten Zeitrahmens können ebenfalls Hinweise auf den Zustand Ihrer Prostata geben.

    Besonders dann, wenn aus dem Gespräch der Eindruck gewonnen werden kann, dass das sexuelle Verlangen kontinuierlich sinkt. Deshalb drehen sich die Fragen nicht nur um den aktuellen Zeitraum, sondern auch um die Vergangenheit.

    Beginn der Prostatauntersuchung

    Sind diese Themen behandelt, hat ein guter Arzt meist schon einen ebenso guten Überblick über Sie als individuellen Patienten. Er kann Sie ungefähr einordnen und weiß, worauf er bei der anschließenden Untersuchung besonders genau achten muss. 

    Danach folgt die eigentliche Untersuchung. Neben der klassischen rektalen Einführung kann unter Umständen eine transrektale Ultraschalluntersuchung notwendig sein. Nach und nach etabliert sich zusätzlich der PSA-Test als weitaus angenehmere Alternative.

    Rektale Einführung:

    Vor der eigentlichen Untersuchung überprüft der Arzt Hoden, Penis und Bauch durch gründliches Abtasten. Damit soll festgestellt werden, ob alle inneren Organe gesund sind.

    Unter anderem wird der Arzt dabei die Vorhaut des Penis komplett zurückziehen, um den Intimbereich in seiner Gesamtheit auf Knoten und Verhärtungen überprüfen zu können. In dieser Phase ist aus Auftreten von Erektion vollkommen normal. 

    Danach begibt sich der Patient in Seitenlage bzw. Embryonalstellung. Das erleichtert es dem Arzt, die Prostata zu erreichen. Dieser wird die Prostata mit einem Finger abtasten, deren Größe überprüfen und sie auf Verhärtungen untersuchen. Üblicherweise dauert dieser Teil der Untersuchung nicht länger als 30 Sekunden. Da dabei Druck ausgeübt wird, kann es durchaus passieren, dass es zu einem Spontan-Orgasmus inklusive Samenergusses kommt.

    Der Arzt verwendet für die Untersuchung einen Gummihandschuh und eine entsprechend große Menge an Gleitgel. Je lockerer Sie währenddessen bleiben, desto weniger unangenehm ist der gesamte Vorgang. Eine kurze Gedankenablenkung kann bei der Überwindung helfen. 

    Transrektale Ultraschalluntersuchung

    Hat der Arzt während der Einführung eine Verhärtung ertastet – oder hatte er zumindest das Gefühl – dann folgt die transrektale Ultraschalluntersuchung. Durch eine über den After eingeführte Sonde wird die Prostata mit Ultraschallwellen untersucht.

    Sollte auch dadurch der Anfangsverdacht nicht vollständig abgeklärt werden können, muss unter Umständen Prostatagewebe entnommen werden. Dazu wird eine dünne Nadel verwendet. Die transrektale Ultraschalluntersuchung dauert länger als die rektale Einführung – normalerweise über eine Minute – und ist unangenehmer.

    PSA-Test

    Eine herkömmliche Blutabnahme ist weniger unangenehm als rektale und transrektale Untersuchungen. Und genau dabei handelt es sich beim sogenannten PSA-Test. Das abgenommene Blut wird auf das prostataspezifische Antigen (PSA) untersucht.

    Ist dieses überdurchschnittlich stark vorhanden, deutet das auf möglichen Prostatakrebs hin. Der Haken: Noch gibt es nur wenig entsprechende Daten, weshalb noch keine klaren Grenzwerte definiert werden konnten.

    Prostatauntersuchung selbst durchführen: Eine gute Idee?

    Grundsätzlich können Sie Ihre Prostata natürlich auch in Eigenregie abtasten. Also rein technisch gesehen. Vom medizinischen Standpunkt aus spricht aber einiges dagegen.

    Falsche Interpretation des Erfühlten, gesteigertes Infektions- und Verletzungsrisiko. Die Prostatauntersuchung selbst durchzuführen ist keine gute Idee. 

    Es lohnt sich. Wenige Sekunden für die Gesundheit

    Kaum ein Thema ist Männern wohl unangenehmer als das der Prostatauntersuchung.

    Die Auseinandersetzung damit triggert gleich mehrere Ängste. Schmerzen oder eine negative Diagnose, die das bisherige Leben komplett auf den Kopf stellt. Plus: Das Schamgefühl. All die kursierenden Gerüchte und Schauergeschichten rund um die notwendige Vorsorgeuntersuchung verringern die Ängste nicht gerade.

    Ab einem bestimmten Alter raten Experten zum jährlichen Prostatacheck. Üblicherweise liegt dieses Alter bei 45 Jahren. So können Probleme im Frühstadium erkannt werden.

    Passenden Arzt finden

    Sollten Sie in der glücklichen Situation sein und bisher noch nie die Dienste eines Urologen in Anspruch nehmen haben müssen, ist es natürlich schwierig, den passenden Arzt zu finden.

    Deshalb arbeiten wir gerade an der Erstellung einer Ärzte-Datenbank. Bis es so weit ist, dürfen wir Ihnen das Portal jameda.de ans Herz legen. Dort können Sie – natürlich auch regional eingegrenzt – auf Arztsuche gehen. In manchen Fällen lässt sich dadurch auch ein Arzt für Angstpatienten ausfindig machen. 

    Tipps zur Überwindung der Arztphobie benötigt?
    Übersicht:
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      Quellen:

      1. Prostate Examination – Clinical Methods – NCBI Bookshelf
      2. Prostatakrebs: Früherkennung und PSA-Test – krebsinformationsdienst.de
      3. Prostata-Vorsorge: “Scham am falschen Platz” – prostata-hilfe-deutschland.de

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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