Blutabnahme

Angst vor der Blutabnahme überwinden

Eine Blutabnahme ist wohl für niemanden wirklich angenehm. Entwickelt sich dieses Gefühl zu Angst oder Panik, fällt es Betroffenen sehr schwer, sich Blut abnehmen zu lassen. Das kann so weit gehen, dass die Blutabnahme komplett vermieden wird, was folglich zu einer verspäteten Diagnose führen kann. Wir erklären woher die Ängste kommen, wie Sie sich der Angst stellen und geben Tipps zur Überwindung

Übersicht:
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    Häufige Fragen:

    Die Angst vor der Blutabnahme ist weit verbreitet. Eine Nadel in eine Vene gestochen zu bekommen, ist für viele Menschen unangenehm. In einigen Fällen ist diese Angst schwerwiegend und geht über ein leichtes Unwohlsein hinaus. Panik, Schwindel und sogar Ohnmacht sind häufige Symptome bei starken Angstgefühlen.

    Wird einem Menschen Blut abgenommen, wird dieses anschließend in einem Labor untersucht. Damit können die verschiedensten Parameter überprüft werden. Es wird ermittelt, ob alle Werte im Normalbereich liegen, oder ob es einen Mangel oder eine Überversorgung gibt. Auch Krankheiten lassen sich anhand des Blutbildes frühzeitig erkennen. Die Blutabnahme ist für die Medizin also ein wichtiger Weg, um Patienten korrekt behandeln zu können. 

    Eine Blutabnahme erfolgt in nur wenigen Schritten. Zunächst wird ein Stauschlauch an dem Arm des Patienten angebracht. Dadurch staut sich das Blut und die Vene kann besser gefunden werden. Anschließend wird der Bereich in der Armbeuge desinfiziert und mit einem Tuch getrocknet. Dann wird die Nadel in die Vene gestochen und eine Kanüle mit Blut gefüllt. Nun wird der Stauschlauch gelöst und die Nadel entfernt. Als letzter Schritt wird die Punktionsstelle noch mit einem Pflaster abgedeckt. 

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    Wann ist eine Blutabnahme nötig?

    Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass eine Blutabnahme notwendig ist. Sie kann sowohl von Seiten des Arztes als auch des Patienten angefragt werden. 

    Gründe für eine Blutabnahme sind beispielsweise:

    Es gibt zahlreiche weitere Indikatoren für eine Blutabnahme. So kann es beispielsweise auch vor einer schwereren Operation sinnvoll sein, einem Patienten Blut abzunehmen. Das Blutbild gibt nämlich einen guten Überblick über den Allgemeinzustand eines Menschen. 

    Auch in der Schwangerschaft ist es üblich, dass der Schwangeren Blut abgenommen wird. Während der Schwangerschaft kommt es nämlich häufig zu Mangelerscheinungen, die im Blutbild sichtbar sind. Auch eine Schwangerschaftsdiabetes lässt sich mit einer Blutuntersuchung feststellen.

    Wieso hat man Angst vor der Blutabnahme?

    Dass eine Blutabnahme angenehm ist, werden wohl nur die wenigsten Menschen behaupten. Ganz im Gegenteil: Die Abnahme von Blut wird allgemein als unangenehm verbunden und führt bei einem Großteil der Menschen zu Anspannung.

    Es kann aber bestimmte Faktoren geben, die dazu führen, dass aus dieser Anspannung schwerwiegende Angst oder Panik entsteht. Die Betroffenen befinden sich dann in einer Extremsituation und haben mit heftigen Symptomen zu kämpfen. 

    Angst vor Spritzen

    Jede Blutabnahme ist mit Spritzen verbunden. Es gibt keine andere Möglichkeit, Blut abzunehmen. Für Menschen mit einer Trypanophobie ist das ein großes Problem, denn sie haben Angst vor Spritzen. Schon bei dem Gedanken an eine Nadel werden sie nervös, kriegen Herzrasen oder fühlen sich panisch.

    Das macht die Blutabnahme zu einer großen Herausforderung, die häufig nicht gemeistert werden kann. Betroffene sind nicht allein: Die Angst vor Spritzen ist verbreiteter, als man denken würde und häufig der Grund dafür, dass die Blutabnahme vermieden wird. 

    Angst vor Blut

    Menschen, die unter einer Hämatophobie leiden, haben Angst davor, Blut zu sehen. Eine solche Blutphobie ist ein großes Hindernis bei einer Blutabnahme. Denn häufig halten Betroffene die Situation auch dann nicht aus, wenn sie bei der Abnahme wegschauen und das Blut gar nicht sehen.

    Allein das Gefühl, das Blut den eigenen Körper verlässt, führt zu Panik, Stress und in schweren Fällen sogar zu Ohnmacht. Deshalb meiden Menschen mit einer Hämatophobie Blutabnahmen häufig und schaffen es oftmals über Jahre hinweg, die Situation zu umgehen. Wie bei allen Ängsten führt eine solche Vermeidungsstrategie häufig dazu, dass die Angst noch größer wird.

    Schlechte Erfahrungen bei der Blutabnahme

    Die Angst vor einer Blutabnahme kann auch durch eine schlechte Erfahrung entstehen. Es kann vorkommen, dass der Arzt oder der Krankenpfleger die Vene nicht auf Anhieb findet.

    Der Patient hat dann das Gefühl, dass ihm in seinem Arm herumgestochert wird. Das ist schmerzhaft und unangenehm. In besonders schweren Fällen kann diese Erfahrung zu einem Trauma führen.

    In Betroffenen baut sich dann die Angst auf, dass auch die nächste Blutabnahme mit Schmerzen und großem Stress verbunden sein wird. Die Konsequenz ist, dass die Situation vermieden wird und sich die Angst verschlimmert

    Wie macht sich die Angst bemerkbar?

    Die Angst vor der Blutabnahme kann sich physisch und psychisch auswirken. Manche Menschen haben diese Angst von Geburt an und werden ihr ganzes Leben lang von ihr begleitet. Es kann aber auch sein, dass sie sich im Laufe der Jahre entwickelt und im Erwachsenenalter auftritt.

    Typische Symptome bei der Angst vor einer Blutabnahme sind:

    Häufig reicht schon der Gedanke an die Blutabnahme, um die oben genannten Symptome hervorzurufen.

    Angst ist ein Schutzmechanismus für den menschlichen Körper. Ein Pieks in die Vene zu bekommen ist definitiv keine schöne Sache, aber in manchen Fällen einfach notwendig. 

    Dass es keine Risiken bei der Blutabnahme gibt (außer vielleicht einem blauen Fleck an der Punktionsstelle) kann in milden Fällen der Angst helfen, einen objektiveren Blick zu erlangen.

    Vermeidung der Blutabnahme

    Eine Blutabnahme dient immer einem bestimmten Zweck. Verweigern Sie eine Blutabnahme nehmen Sie sich damit selbst die Chance auf eine Behandlung.

    Viele Krankheiten können nur mit Hilfe eines Blutbildes erkannt und behandelt werden. Wer seine Angst gewinnen lässt, schadet sich damit also selbst.

    Krankheiten werden nicht erkannt

    Bei einem großen Blutbild wird das Blut umfangreich auf verschiedene Stoffe untersucht. Es gibt gewisse Normwerte, in denen sich das Ergebnis bewegen sollte. Fällt ein Wert aus dieser Skala heraus, ist das ein Indikator dafür, dass etwas nicht stimmt.

    So kann es sein, dass bei einer routinemäßigen Blutuntersuchung festgestellt wird, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es können dann weitere Untersuchungen angeordnet werden.

    Krankheiten können somit frühzeitig erkannt und behandelt werden – ohne eine Blutabnahme ist das jedoch nur sehr schwer möglich. 

    Mangelsituationen bleiben unentdeckt

    Hat unser Körper einen Mangel an Nährstoffen oder Vitaminen hat das einen negativen Einfluss auf unser Allgemeinbefinden. Wir sind häufiger müde und nicht so leistungsfähig wie gewohnt. Hinzu kommt, dass ein Mangel auf Dauer schädlich sein kann und dauerhafte Folgen haben kann. 

    Viele Frauen leiden beispielsweise unter Eisenmangel. Dieser führt zu einer verstärkten Müdigkeit. Im Winter haben viele Menschen einen Mangel an Vitamin-D, der sich negativ auf unsere Stimmung auswirkt, das Immunsystem schwächt, das Risiko einer Depression erhöht und weitere Erkrankungen begünstigen kann. Das sind nur zwei Beispiele dafür, wie ein Mangel dem Körper schaden kann. 

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    Tipps gegen die Angst vor der Blutabnahme

    Bei Ängsten kann es helfen, offen darüber zu reden. Wenden Sie sich an Familienangehörige oder Freunde und schildern, wie Sie sich fühlen. Viele Menschen fühlen sich bei einer Blutabnahme ähnlich und können nachempfinden, wieso Sie Angst haben. 

    Auch Ihr Arzt sollte immer ein offenes Ohr für Sie haben. Vereinbaren Sie einen Termin und besprechen mit ihm, wie Sie sich einer Blutabnahme gegenüber fühlen. Er kann Ihre Ärzte abschwächen und Sie etwas beruhigen.

    Hilfreiche Tipps und Tricks

    Es gibt einige Tipps und Tricks, die bei leichter Angst helfen können, die Situation einer Blutabnahme zu meistern, oder zumindest zu ermöglichen.

    Ablenkung

    Wichtig ist es sich nicht zu stressen und möglichst an andere Dinge zu denken. Schon alleine der Anblick der Nadel oder von Blut, kann die Angst verschlimmern. Wichtig wäre es in diesem Fall den Blick auf andere Dinge zu konzentrieren und an etwas wichtiges auf der persönlichen To-Do oder Wunschliste zu denken. Vielleicht ist es vielleicht auch möglich eine Begleitperson mit zur Blutabnahme zu bringen um sich in ein Gespräch zu vermitteln. Alternativ kann das Gespräch mit dem Personal gesucht werden.

    Beruhigung & Stresslevel reduzieren

    Um vor und während der Blutabnahme ruhig zu bleiben, eignen sich auch bestimmte Atemtechniken, die den Körper beruhigen. Welche dieser Methoden am besten zu Ihnen passt, müssen Sie individuell herausfinden. Behalten Sie dabei immer im Hinterkopf, dass Sie nicht alleine mit Ihrer Angst sind.  Zusätzlich gibt es noch Möglichkeiten das allgemeine Stresslevel zu reduzieren. Hierfür bieten sich Yoga oder Meditationen an. Diese helfen bei der Entspannung und stärken Ihren Geist. 

    Falls möglich: Gestärkt sein

    Falls die Blutabnahme nicht auf nüchternen Magen erfolgen muss, ist es ratsam gestärkt und mit vollen Magen zu erscheinen. Damit wirkt man einem Ohnmachtsgefühl entgegen. Ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser, darf jederzeit getrunken werden, was auch zu empfehlen ist. Niedriger Blutzucker als Folge des Auslassens von Mahlzeiten kann zu einem Ohnmachtsgefühl beitragen, während Dehydration die verfügbare Flüssigkeitsmenge in Ihrem Körper verringert und die Blutentnahme erschweren kann. Viel Wasser zu trinken fördert vollere Venen und bringt sie näher an die Oberfläche für einen leichteren Zugang.

    Warm bleiben

    Niedrige Temperaturen lassen Ihre Venen verengen, was es dem Phlebotomisten erschwert, eine geeignete Stelle zum Einführen der Nadel zu finden. Dies kann den Prozess in die Länge ziehen und Sie nervöser machen. Wenn Sie normalerweise ein kalter Mensch sind oder die Außentemperaturen niedrig sind, tun Sie alles, um warm zu bleiben und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Tragen Sie warme Kleidung und machen Sie vor Ihrem Termin einen flotten Spaziergang um den Körper warm zu halten. Zu Enge Kleidung sollte dennoch vermieden werden, da sonst auch ein beruhigendes Engegefühl entstehen kan.

    Hilfe von Experten einholen

    Leiden Sie unter starker Angst vor der Blutabnahme und spüren regelrecht Panik, dann sollten Sie sich an einen Experten wenden.

    Ein Therapeut hilft Ihnen herauszufinden, wo Ihre Angst ihren Ursprung hat. Er gibt Ihnen Anleitungen mit auf den Weg, wie Sie eine Blutabnahme meistern und besser mit Ihrer Angst umgehen können. 

    Die Suche nach einem geeigneten Therapeuten kann sich als schwierig gestalten. Deshalb bauen wir gerade eine umfassende Datenbank auf, die Ihnen bei der Suche hilft. Dabei befinden wir uns im Endspurt und werden Ihnen schon bald unser gesamtes Portal zur Verfügung stellen. In der Zwischenzeit werden sie auch auf jameda.de fündig.

    Auch Online lassen sich Psychologen auf Instahelp finden um somit möglichst schnell und einfach in Kontakt mit einem Psychologen zu treten. Dieser kann Ihnen wertvolle Tipps geben und vielleicht sogar spontan die Angst vor der Blutabnahme lindern

    Übersicht:
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      Quellen:

      1. How to Handle a Blood Test if You Have Trypanophobia – rightasrain.uwmedicine.org
      2. 4 ways to stay calm during a blood test – Nuffield Health 
      3. Angst vor Blutabnahme bei Kindern – wir-eltern.de

      Inhalt wurde verfasst von: Julia Dernbach – Medizinisch überprüft von: Thomas Hofmann

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